Dualsim und neues Seniorenhandy von emporia

Der österreichische Mobiltelefon-Anbieter emporia zeigt speziell für Senioren ausgelegte Mobiltelefone, darunter ein Dual-SIM-Handy.

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Der österreichische Mobiltelefon-Anbieter emporia zeigt auf dem Mobile World Congress in Barcelona zwei neue Modelle und gewährt eine Vorschau auf zukünftige Produkte. Das Seniorenhandy emporiaLIFEplus ist eine Weiterentwicklung seines Vorgängers emporiaLIFE. Ein großes Display mit großer Schrift und große Tasten sollen die Benutzung insbesondere für die Generation 50+ erleichtern. Ein roter Knopf auf der Rückseite des Geräts dient für Notfälle.

Wird der Knopf drei Sekunden lang gedrückt, wird eine von fünf im Gerät hinterlegten Rufnummern angewählt. Deren Empfänger erhält eine SMS und kann sich für die Annahme oder Ablehnung der Verbindung entscheiden. Wird angenommen, kommt eine Gesprächsverbindung zustande. Wird nicht angenommen, versucht das emporia-Telefon automatisch, die nächste der fünf Rufnummer zu erreichen. Dabei handelt es sich im Regelfall um nahe Angehörige. Wenn alle fünf Nummern erfolglos durchprobiert sind, wird der Notruf 112 angewählt. Diese Nummer wird auch dann gewählt, wenn der Kunde kein Guthaben mehr hat oder er sich außerhalb der Versorgung des eigenen Netzes aufhält. Gleichzeitig mit den Anrufversuchen schlägt das Handy hörbar Alarm, um in der näheren Umgebung befindliche Personen auf die Notsituation aufmerksam zu machen.

Das emporiaLIFEplus ist im Unterschied zu seinem Vorgänger dünner und verfügt über eine Freisprechfunktion. Ein Merkmal der LIFE-Serie ist auch der im Vergleich zu herkömmlichen Mobiltelefonen stärkere Vibrator. Der Lautsprecher ist an die Bedürfnisse von Hörgerätenutzern angepasst; die Buchse für das Ladegerät kann auch als Kopfhöreranschluss genutzt werden. Für ein emporiaLIFEplus muss man 199 Euro bezahlen. Nur wenige Netzbetreiber bieten die Geräte an. Emporia führt dies darauf zurück, dass sich die Mobilfunker gerne ein jugendliches Image geben und daher nicht mit speziell für Senioren positionierten Geräten assoziiert werden möchten.

Neu auf den Markt gekommen ist auch das emporiaDUALSIM. Im Unterschied zu anderen Dual-Working-Geräten, die auch mit zwei SIM-Karten gleichzeitig in zwei Mobilfunknetzen eingebucht sein können, ist dieses Modell komplett doppelt ausgeführt. Es verfügt über zwei Tastaturen, zwei Bildschirme, zwei Lautsprecher und wirkt damit so, als hätte man zwei verschiedene Handys Rücken an Rücken aneinandergeschweißt. Das GSM-Gerät (900/1800 MHz) hat zwar eine 1,3-Megapixel-Kamera und verfügt über einen MP3-Player, unterstützt aber kein GPRS. Es kostet 199 Euro beziehungsweise mit Bluetooth 229 Euro. Die Standby-Zeit wird mit bis zu 200 Stunden angegeben, die Sprechzeit mit bis zu 200 Minuten.

Noch in Entwicklung begriffen sind zwei besonders einfach gehaltene Modelle, die auf den Namen emporiaTALK und emporiaTALKplus hören werden. Mit dem ersten kann man nur telefonieren, mit dem zweiten auch SMS versenden und empfangen. Auch das emporiaTIME, das mit einer speziellen Weckerfunktion ausgerüstet sein wird, ist noch nicht im Handel. Diese drei Modelle will das Linzer Unternehmen aber bereits auf der CeBIT präsentieren. Ein längerfristiges Projekt ist hingegen die Entwicklung eines speziell auf die Bedürfnisse von Blinden zugeschnittenen Mobiltelefons. (Daniel AJ Sokolov) / (ll)