Sony sichert sich Zugriff auf LTPS-Technik

Sony und Toyota führen ihre beiden auf Mobildisplays in LTPS-Technik (Low Temperature PolySilicon) spezialisierten Joint Ventures in einer neuen Firma zusammen, die Sony in zwei Jahren komplett übernehmen will.

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Sony und Toyota Industries Corp. wollen das Management ihrer beiden Joint Ventures STLCD (Sony Toyota Liquid Crystal) und STMD (Sony Toyota Mobile Display) zusammenlegen und die Geschäfte ab Dezember in einem neuen Unternehmen fortführen. An diesem hält Sony 86 Prozent und Toyota entsprechend 14 Prozent. Zum 31. März 2009 will Sony die neue Firma dann als hundertprozentiges Tochterunternehmen in den eigenen Konzern integrieren.

Die Ende 1997 als gleichberechtigtes Joint Venture von Sony und Toyota gegründete STLCD fertigt LC-Displays mit LTPS-Technik (Low Temperature PolySilicon) für Mobil- und Automobil-Anwendungen. Zusätzlich werden dort in kleinen Stückzahlen OLED-Panels produziert. Anfang 2001 verhalf Sony der STLCD mit einer Finanzspritze zu einer zweiten Produktionsstraße. STLCD fertigt monatlich 40.000 Panels aus 600 × 720 mm großen Gläsern. Im März 2005 erweiterten Sony und Toyota dann die Fertigungskapazitäten von LTPS-Panels für Mobilgeräte nochmals mit dem zweiten Joint Venture STMD, an dem Sony 80 Prozent der Anteile hält. In der STMD-Fabrik können monatlich 25.000 Panels aus 550 × 650 mm großen Gläsern produziert werden.

Dank der höheren Elektronenbeweglichkeit von Polysilizium gegenüber dem für herkömmliche respektive große LC-Displays verwendeten amorphen Silizium lassen sich auf LCD-Panels mit LTPS-Backplanes mehr Transistoren auf gleicher Fläche integrieren. So kann die Ansteuerelektronik direkt auf dem Panel untergebracht werden und es sind kleinere Pixelstrukturen möglich – gute Voraussetzungen für die Displays kompakter Mobilgeräte.

Mit Substraten in LTPS-Technik sollen künftig auch OLED-Displays angesteuert werden. Bislang werden die organischen Displays zumeist mit einem Leitungsgitter, einer sogenannten passiv-Matrix, gesteuert. Das geht aber nur bei kleinen Displays, bei größeren Schirmen und damit längeren Steuerleitungen werden die Verluste auf den Gitterleitungen zu hoch und die Übersprecher zwischen den Pixeln zu stark. Deshalb muss man ab etwa 20 Zentimetern Diagonale jedes Pixel mit einem eigenen Transistor in einer sogenannten aktix-Matrix ansteuern. Wenn Sony Ende des Jahres wie angekündigt erste OLED-TVs auf den Markt bringen und die Produktion später ausweiten will, müssen auch die passenden Substrate her. Das neue, auf Panels in LTPS-Technik spezialisierte Unternehmen könnte solche Substrate liefern. (uk)