Swisscom und Fastweb wieder auf Kurs

Nach der Abschreibung auf die italienische Breitbandtochter Fastweb, die der Swisscom die Bilanz 2011 verhagelt hatte, waren beide Unternehmen im vergangenen Jahr wieder in ruhigerem Fahrwasser.

vorlesen Druckansicht 21 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Tom Sperlich

Trotz anhaltendem Kundenwachstum erzielte das größte Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom im Geschäftsjahr 2012 etwas weniger Umsatz. Die Einnahmen sanken im Vergleich zum Vorjahr leicht um 83 Millionen (minus 0,7 Prozent) auf 11,38 Milliarden schweizer Franken (9,26 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte um 4,4 Prozent auf 4,38 Milliarden Franken, während der Reingewinn von 694 Millionen auf 1,76 Milliarden Franken anstieg.

Dieser Gewinnsprung von über 150 Prozent sei vor allem auf die Wertberichtigung bei Swisscoms italienischer Breitbandtochter Fastweb im Vorjahr zurückzuführen, erläuterte Swisscom am Donnerstag. Ohne Berücksichtigung von Fastweb und weiteren Sondereffekten sei der Reingewinn stabil geblieben

Fastweb sei inzwischen wieder auf Kurs, heiĂźt es weiter. Die Italiener konnten bei der Kundenzahl um 10 Prozent auf 1,77 Millionen zulegen, den Umsatz bei 1,6 Milliarden Euro stabilisieren und ihr Betriebsergebnis (EBITDA) um 11 Prozent auf 500 Millionen Euro steigern

Stabil im Vergleich zum Vorjahr blieb auch der Nettoumsatz im Schweizer Geschäft. Er stieg den Angaben zufolge leicht um 0,3 Prozent auf 9,27 Milliarden Franken. Das operative Ergebnis (EBITDA) sei gegenüber 2011 um 2,1 Prozent auf 3,76 Milliarden Franken leicht zurückgegangen.

Die Preiserosion im Telekom-Kerngeschäft als auch bei den TV-Angeboten in Höhe von 400 Millionen Franken konnte durch neue Umsätze aufgefangen werden, erläuterte das Unternehmen. Diese Geschäfte erzielten jedoch meist niedrigere Margen. So sei der Trend zu Bündelangeboten und Abonnements mit Pauschaltarifen anhaltend, die Zahl der Kombi-Kunden stieg um 28,3 Prozent auf 788.000 Abonnenten.

Weiterhin rasant wachse der mobile Datenverkehr, der 2012 um 85 Prozent zulegte. Das liegt vor allem an neuen Angeboten wie den im Juni 2012 eingeführten neuen Mobilfunkabos, mit denen Kunden unbegrenzt in alle Netze telefonieren, SMS schreiben und im Internet surfen können. Mittlerweile nutzen bereits eine Million Kunden die neuen Angebote, erklärte Swisscom-Chef Schloter am Donnerstag. "Der Mobilfunkverkehr wächst im Augenblick um 10 Prozent pro Monat. Wenn das so weitergeht, werden wir bis Ende Jahr eine Verdreifachung des Mobilfunkverkehrs haben“, sagte Schloter. (vbr)