Zumwinkel: Rien ne va plus auch bei der Telekom
Der wegen Steuerhinterziehungsvorwürfen inzwischen als Chef der Deutsche Post World Net zurückgetretene Klaus Zumwinkel wird auch den Vorsitz des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom räumen müssen.
Der wegen Steuerhinterziehungsvorwürfen inzwischen als Chef der Deutsche Post World Net zurückgetretene Klaus Zumwinkel wird auch den Vorsitz des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom räumen müssen. Man gehe davon aus, dass dies geschehen werde, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, am heutigen Freitag in Berlin. Der Bund ist bei Post und Telekom entscheidender Großaktionär.
Zumwinkel war am Donnerstag verhaftet worden, kam nach Zahlung einer Kaution aber wieder auf freien Fuß. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen vor, einen zweistelligen Millionenbetrag am Fiskus vorbeigeschleust und im Steuerparadies Liechtenstein als so genanntes Stiftungsvermögen angelegt zu haben. Den dadurch entstandenen Schaden beziffern die deutschen Strafverfolgungsbehörden mit rund einer Million Euro. Die entscheidenden Hinweise sollen vom Bundesnachrichtendienst (BND) gekommen sein.
Bei der Telekom bekleidet Zumwinkel das Amt als Chefkontrolleur seit fünf Jahren. Zuletzt hatte es Spekulationen um einen Machtkampf hinter den Kulissen gegeben. Bei Anteilseignern wie der Investmentgesellschaft Blackstone, die zu einem der größeren Aktionäre bei der Telekom zählt, soll der Ex-Post-Chef wegen "zu laxer Amtsführung" in Ungnade gefallen sein. Sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Telekom endet in diesem Jahr. (pmz)