Europäische Roadmap für die Nanophotonik
Das Industriekonsortium MONA (Merging Optics and Nanotechnologies) hat sieben Schlüsselmärkte der Photonik und Nanotechnologie mit besonders hohem Förderungspotenzial ausgemacht.
Als Ergebnis zweijähriger Abstimmungsprozesse hat jetzt ein Industriekonsortium unter Motto "Merging Optics and Nanotechnologies" (MONA) eine Roadmap für die Entwicklung der europäischen Photonik und Nanotechnologie in den nächsten fünf bis zehn Jahren vorgelegt. An der Ausarbeitung des 160-seitigen Strategiepapiers waren rund 300 Fachleute aus Industrie und Forschung beteiligt. Darin unterstreichen sie das Potenzial, das die Komponenten und Technologien der Nanophotonik in sieben Anwendungsbereichen besitzen. Bei diesen Schlüsselmärkten handelt es sich um Displays, die Photovoltaik, Abbildungssysteme, Beleuchtungstechnik, Telekommunikation und Datenübertragung, Sensorik sowie die optische Verbindungstechnik.
In der Displaytechnik empfehlen sie beispielsweise die Förderung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen für Feldemissionsdisplays, in der Photovoltaik die Entwicklung von Quantenpunkt-Systemen für Galliumarsenid-Solarzellen; die Forschung und Entwicklung in der Beleuchtungstechnik sollte vor dem Hintergrund der starken Marktposition von Firmen wie Osram und Philips ausgebaut werden. Angesichts der intensiven Aktivitäten von Intel und IBM bei der optoelektronischen Signalübertragung auf Leiterplatten und bei Chip-Chip-Verbindungen sei die Stärkung der in Europa aufgebauten FuE-Kompetenz auf diesem Gebiet angeraten.
Im 7. Rahmenprogramm der EU sind bis zum Jahr 2013 insgesamt 54 Milliarden Euro zur Förderung von Forschung und Entwicklung vorgesehen. Die MONA-Roadmap versteht sich als Input zur Definition spezieller Förderprojekte in den Bereichen der nanostrukturierten Materialien und Photonik. MONA gehören neben Einrichtungen wie dem belgischen Forschungsinstitut IMEC oder dem VDI Techologiezentrum Firmen wie Aixtron, ASM, Schott sowie mehr als 70 weitere Unternehmen des European Photonics Industry Consortiums (EPIC) an. (Richard Sietmann) / (pmz)