Indischer IT-Dienstleister WiPro steigert erneut Gewinn
Der auf Outsourcing spezialisierte indische Dienstleister WiPro Technologies erzielte auch im vierten Quartal wieder kräftig Gewinne, lagert inzwischen aber auch selbst aus.
Der auf Outsourcing spezialisierte indische Dienstleister WiPro Technologies erzielte im vierten Quartal (Oktober bis Dezember) ein Wachstum von 11 Prozent gegenĂĽber dem Vorjahr. Das Nettoeinkommen stieg im fiscalischen dritten Quartal auf 8,26 Milliarden Rupien (210 Millionen US-Dollar). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag das Nettoeinkommen noch bei 7,45 Milliarden Rupien (circa 190 Millionen US-Dollar).
Der Quartalsumsatz belief sich auf 1,33 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und damit im Rahmen der von Analysten prognostizierten Umsätze liegt. Gegenüber dem Vorquartal – hier lag die Gewinnsteigerung bei 16,7 Prozent – ging der Gewinn bei WiPro indes zurück. Als Grund nannte das Unternehmen Probleme in seinem wichtigsten Partnerland, den USA. Auch die gegenüber dem US-Dollar erstarkte indische Rupie und höhere Einkommen im Stammland Indien trugen zu den Gewinneinbußen bei. WiPro hofft jedoch, dass US-Unternehmen trotz oder gerade angesichts des angespannten Binnenmarktes weiterhin Teile ihrer Produktion, IT oder Dienstleistungen in Billiglohnländer auslagern werden.
Die USA sind für indische IT-Dienstleister wie WiPro, Tata Consultancy Services (TCS) oder Infosys der größte Markt. Er wuchs im vergangenen Jahr um 33 Prozent auf 31,4 Milliarden US-Dollar und soll nach Vorhersagen der Nasscom-Gruppe bis 2010 sogar auf 60 Milliarden Dollar steigen. TCS und Infosys – zusammen mit Wipro die drei Großen im Dienstleistungsbereich – konnten ebenfalls hohe Gewinne erzielen: Ihr Gewinnzuwachs fiel mit 20 Prozent auf 13,21 Milliarden Rupien (etwa 335,6 Millionen US-Dollar, TCS) respektive 25,2 Prozent auf 12,31 Milliarden Rupien (ca. 313 Millionen US-Dollar, Infosys) sogar noch etwas höher aus. Wegen der steigenden Löhne in Indien verlagern indische Outsourcing-Spezialisten ihre Dienstleistungen inzwischen selbst ins Ausland. So unterhält WiPro Entwicklungszentren in Brasilien, Europa, China, Mexiko und Kanada. TCS hat einen Teil seiner Softwareentwicklung kürzlich nach Mexico ausgelagert, wo die Löhne nochmals deutlich niedriger liegen. (uk)