FIFA setzt Torlinientechnik während nächster WM ein

Nachdem die Torlinientechnik im Dezember 2012 zur Vereinsweltmeisterschaft in Japan bereits erfolgreich getest wurde, will der Weltfußballverband sie auch 2014 in Brasilien einsetzen.

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Der Weltfußballverband FIFA will die Torlinientechnik (Goal-Line Technology, GLT) während der kommenden Männer-Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2014 in Brasilien einsetzen. Das gibt sie auf ihrer Website bekannt. Ein Jahr zuvor soll sie auch während des ebenfalls in Brasilien stattfindenden Confederations Cup eingesetzt werden. Die FIFA habe sich dafür entschieden, nachdem die Technik im Dezember 2012 während der Vereinsweltmeisterschaft in Japan erfolgreich getestet worden sein. Den grundsätzlichen Einsatz der Technik, die erkennen soll, ob ein Ball die Torlinie überschritten hat, erlaubte die FIFA bereits im Juli 2012.

Screenshot aus einem Video zur Hawkeye-Technik.

(Bild: Fifa )

Die GLT, die die Unparteiischen bei ihrer Arbeit helfen soll, soll in allen Stadien installiert werden. Die Hersteller sind nun dazu angehalten, der Fifa ein Angebot zu machen. Der Verband hat dazu die technischen Erfordernisse für die kommenden zwei Fußball-Großveranstaltungen festgelegt. Bisher sind zwei Systeme, Hawk-Eye und GoalRef, nach dem FIFA Quality Programme lizenziert. Weitere befänden sich derzeit im Lizenzierungsprozess. Mitte März können die Hersteller die Austragungsorte besichtigen, Anfang April soll darüber entschieden werden, welche Technik eingesetzt werden soll.

Die aus dem Tennis bekannte Technik Hawk Eye stammt aus England. Bis zu sechs Kameras nehmen das Spielgeschehen auf und funken Bilder an einen zentralen Computer. Dieser berechnet aus der Bildersumme die Position des Balles und sendet bei einem Tor ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters. Schwachpunkt: Liegt ein Spieler auf dem Ball, können keine Bilder aufgenommen werden.

Das Fraunhofer Institut in Erlangen war an der Entwicklung des sogenannten "Intelligenten Tores" GoalRef maßgeblich beteiligt. Im Torrahmen wird dabei ein Magnetfeld erzeugt. Der Ball enthält drei Magnetspulen. Überschreitet der Ball die Torlinie, wird ein Magnetfeld im Ball aktiviert und ein zugeschalteter Computer sendet ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters. Entwickelt wurden spezielle Bälle. (anw)