Infineon will Sanierung noch in diesem Jahr abschlieĂźen

In zwei Jahren will der Chiphersteller eine Umsatzrendite von zehn Prozent erreichen.

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  • dpa

Trotz eines schwachen Marktumfelds sieht sich der Chiphersteller Infineon bei seiner Restrukturierung auf dem richtigen Weg. Im kommenden Jahr erwartet der Vorstandschef Wolfgang Ziebart einem Interview gegenĂĽber der SĂĽddeutschen Zeitung zufolge ordentliche operative Gewinne und fĂĽr 2009 eine Umsatzrendite von zehn Prozent. Man werde die Sanierung noch in diesem Jahr abschlieĂźen und vor Sondereffekten die Gewinnschwelle erreichen, obwohl dies wegen des schwachen Chipmarkts schwerer werde.

Ziebart fordert zusätzliche Subventionen für die Halbleiterindustrie, damit nicht weitere Fabriken nach Asien abwanderten. In Asien würden deutlich höhere staatliche Hilfen gewährt als in Europa. Durch die aggressive Förderpolitik rechne sich ein neues Werk in Asien nach zweieinhalb Jahren, in Europa aber erst nach fünf. Auf der ganzen Welt würden derzeit 45 neue Chipfabriken gebaut, 40 davon in Fernost und nur fünf in den USA und Europa. Man sei nur der Prototyp einer globalen Branche, in der Transportkosten kaum eine Rolle spielten. Für die Ansiedelung von Halbleiter-Fabriken gebe es im globalen Wettbewerb neben den Kosten und der Verfügbarkeit gut ausgebildeter Spezialisten inzwischen noch ein anderes entscheidendes Kriterium: Die Höhe staatlicher Fördermittel, so setzte Ziebart weiter gegenüber der Süddeutschen nach.

Dem Vorschlag, eine erweiterte Zusammenarbeit der europäischen Hersteller NXP, ST Microelectronics und Infineon nach Art eines "Halbleiter-Airbus" zu etablieren, trat Ziebart erneut entgegen. Dafür gebe es viel zu wenige Berührungspunkte. (dpa) / (fm)