US-Heimatschutzminister bloggt
Seit 10 Tagen bloggt Michael Chertoff ĂĽber Sicherheit und Datenschutz.
- Florian Rötzer
Bundesinnenminister Schäuble ist berüchtigt wegen seiner Interviews für das Wochenende, in denen er von neuen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und neuen Bedrohungen berichtet. Sein amerikanischer Kollege Michael Chertoff, der seine Terrorwarnungen gelegentlich im Bauch fühlt, hat nun einen Blog eröffnet, um den Mitbürgern sowie der Weltöffentlichkeit größeren und direkten Einblick in die Tätigkeiten und Gedanken des für die Sicherheit zuständigen Heimatschutzministers zu gewähren.
In seinem letzten Blogeintrag versichert Chertoff bzw. sein Schreiber beispielsweise, dass Heimatschutz oder innere Sicherheit, wie ihm auf einer Konferenz in Kanada klar wurde, eigentlich ein globales Unterfangen geworden sei. Nicht nur Menschen, Waren, Geld oder Ideen würden in Sekunden und Minuten um die Erde zirkulieren, sondern auch Terroristen. Die Globalisierung würde aber nicht nur Gefahren mit sich bringen, tröstet Chertoff, sondern erleichtert auch die Kooperation der Innenminister. Kommentare gab es auf diesen Eintrag noch nicht.
Zuvor hatte Chertoff über Sicherheit und Datenschutz gesprochen. Datenschutz oder die Privatsphäre seien sicherlich nicht tot, versichert Chertoff, aber man müsse in der Welt nach dem 11.9., in der Sicherheit dominiert, einen Schritt weiter gehen. Man wolle nicht das Geschäft der Terroristen besorgen, die die Freiheit auszulöschen suchen, zudem schränke Sicherheit keineswegs automatisch den Datenschutz ein, "in vielen Fällen" könne "Heimatschutz" diesen sogar verstärken. Durch eine sichere Identifikation beispielsweise könne man den Verlust der Privatsphäre durch Identitätsdiebstahl erschweren. Und im Vergleich zur Durchsuchung aller Flugreisenden in die USA sei das praktizierten Sammeln von "ein bisschen Information" die Verbindung von maximaler Sicherheit und maximalem Datenschutz.
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(fr)