US-Regierung warnt vor Wikileaks und Lulzsec
In einem Strategiepapier zur Wirtschaftsspionage listet die US-Regierung unter den Bedrohungen auch "Hacktivisten" wie Wikileaks und Lulzsec auf. Diese könnten die Werkzeuge der Wirtschaftsspionage gegen die USA wenden.
Das Weiße Haus warnt vor Hackergruppen wie Wikileaks oder Lulzsec. In einem Strategiepapier (PDF-Datei) zur Verhinderung von Wirtschaftsspionage wird explizit davor gewarnt, dass verärgerte Mitarbeiter Insiderwissen über Unternehmen oder Technik an "Hacktivisten" wie die Betreiber von Wikileaks weitergeben könnten. Dadurch könnten die Werkzeuge der Wirtschaftsspionage gegen US-Unternehmen oder -Behörden gerichtet werden.
(Bild:Â dpa)
Die Hacktivisten werden in dem Papier deswegen auch als "Game Changer" (etwa "Akteure, die die Spielregeln ändern") eingeordnet. Wikileaks etwa habe bereits Informationen veröffentlicht, die illegales oder unethisches Verhalten einer Bank, eines Rohstoffhändlers und einer Handelsorganisation nachweisen sollen. Lulzsec wiederum habe Informationen mehrerer Unternehmen entwendet und auf der eigenen Homepage veröffentlicht.
Häufiger wird in dem Strategiepapier auf den chinesischen Ursprung vieler Fälle von Wirtschaftsspionage hingewiesen. So machten auch andere Industrieländer häufig China, aber auch Russland für Wirtschaftsspionage verantwortlich. Die richte großen finanziellen Schaden an, der aber nicht genau beziffert werden könne. Aber in Südkorea und Japan machten chinesische Angriffe beispielsweise mehr als die Hälfte aller Fälle von ausländischer Wirtschaftsspionage aus.
Bei der Vorstellung des Strategiepapiers warnte US-Justizminister Eric Holder denn auch vor der wachsenden Gefahr der Wirtschaftsspionage. Wie es ein Sicherheitsexperte ausgedrĂĽckt habe, gebe es in diesem Bezug nur zwei Gruppen unter den groĂźen US-Unternehmen. Die einen seien sich im Klaren, dass sie bereits kompromittiert wurden, die anderen wissen es nur noch nicht. Was auch immer mit entwendeten Informationen geschehe, bedeute aber eine signifikante und weiter wachsende Gefahr fĂĽr die wirtschaftlichen und nationalen Interessen der USA.
Nachdem Holder diese Gefahren umrissen hatte, erläuterte er auch, was dagegen unternommen werde und noch notwendig sei. So habe der Kampf gegen Wirtschaftsspionage mittlerweile höchste Priorität, was beispielsweise mehrere Urteile gegen Wirtschaftsspione zeigten. Die Maßnahmen gegen den Diebstahl geistigen Eigentums müssten und würden angesichts der Gefahren auch verstärkt werden. Gemeinsam werde man sicherstellen, dass die USA bezogen auf Innovation für immer weltweit führend bleiben. (mho)