LCD-Markt entwickelt sich auĂźerordentlich erfolgreich

Panelhersteller wollen geplante Investitionen vorziehen, um den steigenden Bedarf in 2008 decken zu können.

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Angesichts der großen Nachfrage und der damit einhergehenden Versorgungsengpässe im LCD-Markt, die noch bis Ende des Jahres anhalten sollen, wollen etliche asiatische Panelhersteller ihre geplanten Investitionen vorziehen. Schaut man auf die Quartalsabschlüsse der großen Hersteller, scheint das Geld dafür vorhanden. So konnte Samsung vergangene Woche für seine LCD-Sparte mit einem Umsatzplus von 11 Prozent und einem operativen Gewinnzuwachs von 37 Prozent ein ausgezeichnetes Ergebnis bekannt geben. Auch der koreanische Mitbewerber LG.Philips LCD verbuchte mit 41 Prozent Umsatzplus und einem fünfmal so hohen operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahr Rekordzahlen. Von den beiden großen taiwanischen Panelherstellern AU Optronics und CMO erwarten die Analysten Ende Januar ebenfalls hervorragende Quartalsdaten.

Grund für die positive Entwicklung sind unter anderem die mit der Knappheit seit April 2007 leicht gestiegenen mittleren Panelpreise. Ende 2007 hat sich die Liefersituation gebessert, und die LCD-Preise für Notebook- und TV-Panels sind seither weitgehend stabil. Im Monitorbereich gaben sie sogar etwas nach und sollen das auch weiterhin tun. Zumal sich die Situation weiter entspannt, denn in diesem Jahr werden einige neue Herstellungsstraßen in Betrieb gehen. So startet bei CMO Anfang dieses Jahres eine Linie der sechsten Generation, und die neue Fab der achten Generation soll bereits Ende 2008 anlaufen. Samsung will die Fabrik im Sony-Joint-Venture S-LCD um eine Linie der achten Generation erweitern; in 8-Gen-Fabs können 5,50 m2 große Muttergläser verarbeitet werden.

Die Marktforscher von Witsview glauben, dass die Unternehmen in diesem Jahr 15,1 Milliarden US-Dollar investieren werden und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor (8,6 Milliarden Dollar). Dass die Nachfrage nach LCD-Panels eher steigen wird, scheint sicher. So muss beispielswiese der Bedarf an neuen Fernsehgeräten gedeckt werden, der in den USA aufgrund der nunmehr rein digitalen TV-Übertragung ansteht. Der Notebook-Markt steigt kontinuierlich, und es müssen weltweit noch jede Menge Röhrengeräte durch Flachbildschirme ersetzt werden. Außerdem finden dieses Jahr die Olympischen Spiele in Peking statt, was die Nachfrage nach flachen Fernsehern ebenfalls puschen dürfte. Natürlich folgt die vermeintlich schlechte Nachricht auf dem Fuße: Durch die neuen Fabrikationsstätten wird sich spätestens 2009 eine Panelüberversorgung einstellen, was die Preise in den Keller treibt. Die Verbraucher wird’s freuen. (uk)