Themenmolekül: Wenn Mikroben singen
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit der tragfähigsten Maus der Welt, der Durchfahrung eines Zeittunnels und Spaß für junge Wissenschaftler.
- Peter Glaser
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit der tragfähigsten Maus der Welt, der Durchfahrung eines Zeittunnels und Spaß für junge Wissenschaftler.
Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.
Es wird niemanden überraschen, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Autos auf amerikanischen Straßen Elektrofahrzeuge sind – es sind weniger als ein Prozent (2009 waren in den USA 254 Millionen Autos registriert); auf deutschen Straßen rollen etwa 4000 Elektroautos. Etwas überraschender ist die Tatsache, dass das nicht immer so war: im Jahr 1900 wurden 34 Prozent der Automobile in New York, Boston und Chicago von Elektromotoren angetrieben (und etwa 50 Prozent waren dampfgetrieben). Was ist da geschehen? Ein Tip: It's the society, stupid!
Die 12 bis 15 Zentimeter lange Panzerspitzmaus hat eines der bemerkenswertesten Skelette im Tierreich. Es unterscheidet sich durch den besonderen Aufbau der Wirbelsäule von allen anderen Säugetieren. Berichten zufolge kann sich ein 80 Kilo schwerer Mensch barfuß auf das Tier stellen, ohne dass es zu Schaden kommt.
Eine Wissenswühlkiste: Das Illinois Institute of Technology (IIT) wurde im Jahr 1893 unter dem Namen Armour Institute und in der Absicht gegründet, Unterricht in Technik, Chemie, Architektur und Bibliothekswesen zu erteilen. Die IIT Tech News Collection ist eine faszinierende digitale Sammlung, die Einblick in die Geschichte der Schule gibt, und zwar über die seit 1928 publizierte Schülerzeitung Technology News. Die behandelten Themen reichen von Aprilscherzen (1942: "Tennis Toddlers Tersely Terrorize Tirty-Tird Toughs") bis zu den Ausbrüchen der Schweinegrippe in den Jahren 1976 und 2009.
Musik aus Mikroben: Peter Larsen ist Systembiologe am Argonne National Laboratory in Illinois. Er arbeitet mit Computermodellen, um Strukturen in immensen Datenmengen ausfindig zu machen. Und er hört dabei gern Jazz. Als sein Kollege Jack Gilbert wissen wollte, ob man vielleicht auch Musik verwenden könnte, um die Vielfalt in der Welt der Mikroorganismen darzustellen, sah Larsen sofort die Verbindung zum Jazz. Während etwa klassische Musik streng strukturiert ist, fehlt es dem mikrobiellen Leben daran – aber es gibt sich wiederholende Motive, tägliche, jahreszeitliche, mit El Niño verknüpfte, die einem Vergleich mit Jazz durchaus nahestehen. Also machte Larsen aus dem mikrobiellen Leben im Meer Musik: hier der mikrobische Bebop "Far and Wide".
1964, Weltausstellung in New York. Über den Ford Pavilion, die "Ford Wonder Rotunda", schreibt der Autor Richard Barrett: "Die Besucher erhalten eine Vorschau auf neue, stärkere, leichtere Materialien – Metalle, Kunststoffe, Glas – die Entwicklungen aus der Weltraumfahrt in die Gestaltung anspruchsvoller Automobile bringen." Hier eine Impression, die eine Zukunft mit nuklear betriebenen Autos verheißt. Auch der Computer hatte die Bühne betreten: "Die Stakkatorhythmen der elektronischen Computer sind die neuen Sounds der fortschrittlichen Industrie, Technik und Wissenschaft. Ford plant und baut Computer und nutzt sie in vielerlei Hinsicht, um Automobile höherer Qualität mit geringeren Kosten zu konstruieren. In dieser Computerausstellung werden die Besucher unterhalten – durch eine lebendige und farbenfrohe Präsentation zur Funktionsweise dieser wunderbaren mechanischen Genies". Und wozu braucht man noch Reifen, wenn man durch einen Zeittunnel fährt? Hier ein Rendezvous in Raume. Auch General Electric hatte herrlich Hinkünftiges zu bieten, beispielsweise die im Stil einer Kuppelstadt gehaltene Demonstraktion eines Fusionsreaktors.
1968, ein Jahr vor der ersten Mondlandung. Jeder Junge wollte Wissenschaftler werden, sogar Mädchen zogen das in Erwägung. Hier Flickr-Bilder aus dem Buch "Fun and Tricks for Young Scientists" von George Barr (die Illustrationen sind von Mildred Waltrip), in dem es Tricks wie "Der muntere Handball", "Spaß mit dem Staubsauger" oder "wie man extrem schnell Gewicht verliert" zu lernen gab.
In der Bibliothek der University of Oklahoma gibt es wunderbare Sammlungen zur Geschichte der Wissenschaft, sieben davon sind online zugänglich, darunter der 598-seitige Scan "De revolutionibus orbium coelestium" von Nikolaus Kopernikus (1543), Galerien mit wissenschaftlichen Illustrationen in Form von Tafeln, Gravuren und Karten von der Frühzit bis heute sowie eine Sammlung wissenschaftlicher Instrumente und historischer Artefakte aus dem 19. und 20. Jahrhundert – und eine Keilschrifttafel aus einem mesopotamischen Zikkurat.
(bsc)