Nokia Siemens schickt Forscher zu IBM

Bis zu 235 Mitarbeiter aus den MĂĽnchner und Berliner Forschungslabors von Nokia Siemens Networks werden von IBM Global Engineering Solutions ĂĽbernommen.

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Von
  • Detlef Borchers

Bis zu 235 Mitarbeiter aus den MĂĽnchner und Berliner Forschungslabors von Nokia Siemens Networks werden von IBM Global Engineering Solutions ĂĽbernommen. Mit der Aussiedelung der Forscher schreitet Nokia Siemens Networks auf dem im Mai verkĂĽndeten Weg voran, die Firma zu verschlanken. Betroffen sind Wissenschaftler, die im Bereich Next Generation Voice/Multimedia, am Media Gateway und zu Mobile Internet Connections sowie zu Consumer und Business VoIP forschen. AuĂźerdem wechseln einige Support-Mitarbeiter zu IBM.

Nokia Siemens Networks begründet die Ausgliederung mit der Notwendigkeit, eine kosteneffiziente Struktur bei der Forschung und Entwicklung zu benötigen. IBM hofft umgekehrt darauf, die übernommenen Forscher auch mit Aufträgen von anderen Kunden der Telekommunikationsbranche beschäftigen zu können. Zum Wechsel kompletter Teams heißt es in der Mitteilung (PDF-Datei): "Im Laufe der Zeit sollen im Rahmen des Portfolios der IBM Global Engineering Solutions von diesen Teams auch für andere IBM-Kunden Entwicklungsdienstleistungen angeboten werden." Von den betroffenen Teams wollte sich kein Forscher zum Firmenwechsel äußern.

Mit dem Gewinn wichtiger Aufträge steht Nokia Siemens Networks unternehmerisch gut da. Neben der Ausgliederung der Mitarbeiter verlässt Siemens-Chef Peter Löscher den Aufsichtsrat von Nokia Siemens Networks und wird durch Rudi Lamprecht ersetzt, zuvor verantwortlich für das Mobilfunkgeschäft. Bei Siemens wird der Rückzug von Löscher damit begründet, dass er fürderhin keine weiteren internen Ämter besetzen wolle. Von Marktbeobachtern wird Löschers Rückzug als Indiz dafür gewertet, dass Siemens sich von seinem Anteil an Nokia Siemens Networks trennen und das Geschäft ganz den Finnen überlassen will. (Detlef Borchers) / (anw)