Countdown für .asia läuft

Ab Mittwoch können die neuen Internetadressen über deutsche und internationale Registrare bestellt werden.

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Von
  • Monika Ermert

Der Countdown für die .asia-Adressen läuft. Ab Mittwoch um 12 Uhr mittags können die neuen Internetadressen über deutsche und internationale Registrare bestellt werden. Die Registrare bieten Treuhanddienste auch für diejenigen an, die selbst nicht den nötigen Kontakt in einem asiatischen Land nachweisen können, damit wird .asia praktisch für jedermann zugänglich.

Einem "Big Bang" bei der Registrierung hat die für die Adresszone verantwortlich zeichnende DotAsia Organisation Ltd. allerdings vorgebeugt: Alle Registrierungen, die bis zum 12. März eingehen, sind gleichrangig. Bestellen zwischen dem 20. Februar und dem 12. März mehrere Interessenten eine Adresse, dann wird diese per Auktion an den Meistbietenden vergeben. Erst ab dem 26. März gilt das so genannte Windhundprinzip, bei dem derjenige den Zuschlag erhält, der zuerst registriert. Neben möglichen technischen Scherereien durch die Überlastung der Registry entgeht DotAsia durch diese mehrstufige Lösung auch noch etwaigen Vorwürfen, dass eine Region durch die Wahl der Uhrzeit bevorzugt wäre.

Die Preise bei den verschiedenen deutschen Registraren, die die .asia-Adressen anbieten, reichen von 20 US-Dollar für zwei Jahre als Startangebot bis zu knapp 50 Euro plus Mehrwertsteuer für ein Jahr ganz regulär. Einige Registrare verlangen eine Extragebühr für den Treuhandservice, mit dem die Asienpräsenz nachgewiesen wird, bei anderen ist dieser notwendige Treuhandservice inbegriffen. Übrigens sind die Adressen in Deutschland nicht nur bei den auf der DotAsia-Registrarliste verzeichneten Registraren zu haben, einige ISPs gehen seinerseits über Konsortien wie etwa CORE.

Das DotAsia-Management gab sich im Verlauf der Sunrise-Phase optimistisch (PDF-Datei). Am Ende des mehrstufigen, recht komplizierten Sunrise-Verfahrens meldete DotAsia 30.780 Registrierungen mit Erfolgsaussichten für 90 Prozent der Vorabregistrierenden, die verschiedene Marken- und Namensrechte geltend machen konnten. Zum Vergleich: Bei .eu wurden über 340.000 Adressen in der Vorregistrierphase beantragt. Allerdings schrumpfte die Zahl der zugeteilten Domains auf rund 140.000. Bei .asia gab es bislang keine Einspruchsverfahren, mit denen sich alle Vorgänger herumschlagen mussten. Die meisten Vorregistrierungen für .asia-Adressen kamen von Unternehmen und Nutzern aus den USA (über 7000 Vorregistrierungen), Europa und Australien.

In der langen Liste der vorregistrierten Adressen finden sich auch prominente deutsche Unternehmen, etwa die Deutsche Telekom. Auch deutschland.asia erscheint in der Liste. Eine Nachfrage von heise online bei DotAsia ergab allerdings, dass die Adresse von der Regitry selbst registriert worden sei. Man habe eine Registrierung während der bevorstehenden Landrush-Phase auf jeden Fall vermeiden wollte. Offenbar hatten mehrere Länder wie Deutschland, China oder Indien nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die entsprechenden Ländernamen in der ersten Sunrise-Phase zu reservieren. (Monika Ermert) / (anw)