Wissenschaftliche Konferenz zu verkörperter Intelligenz
Die Theorie der verkörperten Intelligenz beeinflusst die KI-Forschung seit rund 30 Jahren. Bei der Konferenz am Leipziger Max-Planck-Institut wollen Forscher die mathematischen Grundlagen der Theorie diskutieren.
Am Leipziger Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften diskutieren von Mittwoch bis Freitag etwa hundert Wissenschaftler über mathematische Grundlagen verkörperter Intelligenz. Initiiert wurde die Tagung von Nihat Ay, Leiter der Forschungsgruppe Informationstheorie kognitiver Systeme.
In Wörtern wie „begreifen“ oder „erfassen“ schwingt die Erkenntnis schon lange mit, seit etwa 30 Jahren prägt sie auch die Forschung: Denken findet nicht nur im Kopf statt. Intelligenz erwächst vielmehr aus dem Zusammenspiel zwischen Gehirn, Körper und der äußeren Umgebung. Dieser „cognitive turn“ hat insbesondere Forschungen zur künstlichen Intelligenz beflügelt.
(Bild: Screenshot / IITVideos )
So soll etwa der Roboter iCub nach und nach das Denken lernen, indem er sich wie ein Kind die Welt mit der Hand ertastet. Und bei der Kontrolle des zweibeinigen Laufens verlassen sich die Forscher mehr und mehr auf die Intelligenz in der Mechanik, statt jede einzelne Gelenkbewegung durch einen zentralen Computer zu steuern.
Während die Idee der Verkörperung sich in der praktischen Forschung als sehr fruchtbar erwiesen hat, fehlt ihr jedoch bislang eine theoretische Grundlage. Vertreter unterschiedlicher Fachrichtungen wie Physik, Biologie, Neurowissenschaft, Philosophie, Neuroinformatik und Mathematik wollen daher versuchen, in der dreitägigen Konferenz eine gemeinsame Sprache zu finden, die die verschiedenen Forschungsrichtungen vereint, und Kernfragen zu identifizieren, denen sich die Forschung in den kommenden Jahren widmen kann. (axk)