Siemens-Schmiergeldaffäre: Anklage gegen Ex-Finanzchef
Die Staatsanwaltschaft München bezichtigt den ehemaligen Finanzchef der COM-Sparte von Siemens der Untreue. Zwei weitere Ex-Angestellte sollen innerhalb von sieben Jahren 70 Millionen Euro an Geschäftspartner und Amtsträger in 60 Ländern verteilt haben.
Der ehemalige Finanzchef von Siemens Communications (COM) muss sich vor Gericht verantworten. Die Münchener Staatsanwaltschaft beschuldigt Michael Kutschenreuter im Rahmen der Siemens-Schmiergeldaffäre der Untreue: Er habe die Existenz schwarzer Kassen in seiner Sparte gekannt und nichts dagegen unternommen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe.
Zwei weitere Ex-Angestellte werden wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt. Ihnen wird die Teilnahme an Geldverschiebungen in Höhe von knapp 70 Millionen Euro vorgeworfen. Im Zeitraum von 2000 bis 2006 sollen sie damit Geschäftspartner und Amtsträger in über 60 Ländern bestochen haben, um der Unternehmenssparte Aufträge zu sichern.
Ursprünglich hatte das Landgericht München angekündigt, gegen 300 Siemens-Mitarbeiter Anklage erheben zu wollen. Die Prozesse gegen die Angeklagten sollen im Herbst eröffnet werden. (ghi)