Aus fĂĽr Telefonapparate von Ericsson

Das kanadische Unternehmen Aastra übernimmt für umgerechnet 70 Millionen Euro die Geschäftssparte von Ericsson, zu der Telefonanlagen und der Endgeräte-Bereich gehören.

vorlesen Druckansicht 18 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Mit dem Verkauf der Telefonanlagen-Sparte geht bei Ericsson auch die 130 Jahre währende Ära der Telefonapparate-Herstellung zu Ende. Das kanadische Unternehmen Aastra übernimmt für umgerechnet 70 Millionen Euro jenen Teil von Ericsson, der so bekannte Telefonanlagen (PBX) wie die MD110 hervorgebracht hat. Dazu gehört aber auch der Endgeräte-Bereich. Nach Abschluss der Übernahme, die für April erwartet wird, werden keine Fernsprecher der Marke Ericsson mehr hergestellt werden.

Das schwedische Unternehmen war 1876 als kleine Reparaturwerkstatt für Telegraphen gegründet worden. Im selben Jahr erhielt Alexander Graham Bell sein Telefon-Patent. Ab 1878 verkaufte Ericsson verbesserte Bell-Apparate und führte Geräte mit einem trompetenförmigen Teil ein, der als Mikrofon und auch als Lautsprecher genutzt wurde. 1880 setzte die Firma das erste Vermittlungspult ab; 1885 wurde das erste Ericsson-Gerät produziert, das den bis heute üblichen Griff mit einer Hör- und einer Sprechmuschel aufwies. In Zukunft will sich Ericsson darauf konzentrieren, Unternehmenslösungen an Netzbetreiber und Diensteanbieter zu verkaufen.

Die Umsätze mit Telefonanlagen sind rückläufig, was zu Konsolidierungen führt. Aastra hat seit 2000 bereits mehrere Abteilungen von Nortel, die Telefonanlagensparte von Ascom, das zivile Telefonie-Geschäft von EADS sowie das Berliner Unternehmen DeTeWe übernommen. Von Ericsson wechseln auch rund 630 Mitarbeiter, etwa 360 davon in Schweden, zu Aastra. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)