embedded world: Giveaway-Messerundgang

Wer brav Gewinnspiele mitmachte und Kontaktbögen ausfüllte, konnte auf der Nürnberger embedded world den Eintrittspreis in kürzester Zeit amortisieren. In unserer Sammlertüte landeten keineswegs nur Gimmicks, sondern auch wertvolle Entwicklungssysteme.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Carsten Meyer

Klar, Kugelschreiber, Gummibärchen und vielleicht auch einmal einen USB-Stick gibt es auf jeder Messe. Wer brav Gewinnspiele mitmachte und Kontaktbögen ausfüllte, konnte auf der Nürnberger embedded world nicht nur Gimmicks einsammeln, sondern auch wertvolle Entwicklungssysteme mit durchaus beachtlichem Gebrauchswert mit nach Hause nehmen. Hier unsere Tagesausbeute.

Knapp noch zu den Gimmicks zu zählen ist die kleine Standlupe, die es bei Coilcraft gab – trotzdem für den SMD-kundigen Bastler ein willkommenes Geschenk, das sich nicht nur zur Identifizierung der winzigen 0201-Drosseln (gewickelt!) des Herstellers eignet. Wir nahmen gleich zwei – vielleich eignet sich die Linse ja auch als Laserdioden-Kollimator.

Nicht lange um den heißen Brei herumreden mussten wir bei Glyn. Der Distributor hatte bereits vor der Messe angekündigt, 5.555 Starterkits für den sparsamen 100-MHz-Controller RX63N von Renesas unter die Leute zu bringen – im Prinzip für jeden vierten Messebesucher eines. Das sonst 29 Euro teure Board führt jeden Prozessorpin auf einen Anschluss der leicht zu "breadboardenden" 2,54-mm-Pfostenleisten. Programmiert wird es über den USB-Anschluss. Mit seinem 100-MHz-Flash (ohne Waitstates) erreicht der 32-Bitter RX63N unter Volldampf echte 165 DMIPS. Neben 2 MByte Programmspeicher enthält er Ethernet, USB-Host/Funktion/OTG, CAN- und TFT-Treiberfunktionen. Zusätzlich sind Oszillatoren mit 50 MHz und 125 KHz integriert, und die Verpackung des Kits eignet sich prima als Box für die Frühstücks-Stulle.

Bei Renesas wurden wir dann gleich nochmal glücklich – mit einem RX63N-Board im Arduino-Formfaktor. Das GR-Sakura ist explizit als Gadget-Plattform gedacht. Wer sich nicht am Hello-Kitty-Design stört, erhält damit neben dem oben erwähnten RX63N auch gleich noch Ethernet, USB-Hostfunktion und Mikro-SD-Kartenslot fertig verdrahtet auf einer Platine, die dank kompatibler Buchsenleisten auch Arduino-Shields aufnehmen kann. Die Programmierung erfolgt über einen Web-Compiler. Besonders pfiffig: Das Board meldet sich am PC als USB-Massenspeicher an. Zum "Flashen" der eigenen Applikation reicht es, das mit dem Web-Compiler erstellte Sketch einfach dorthin zu kopieren. Dankenswerterweise hat Renesas Japan die Breadbord-untauglichen Arduino-Anschlüsse auch parallel im 2,54-Raster vorgesehen, man muss nur ein paar Stiftleisten einlöten.

Ein dienstfreudiges Lächeln reichte am EBV-Stand dann für ein LPCXpresso-Board mit dem Cortex-M0-Prozessor LPC812 aus NXP's Low Pin Count-Serie. Der kleine ARM-Controller enthält 16 KByte Flash und 4 KByte Datenspeicher; er zielt auf Anwendungen, bei denen momentan noch 8-Bit-Controller eingesetzt werden. Als Entwicklunsumgebung kommt ein Eclipse-Derivat von Code Red zum Einsatz, das inzwischen auch für Linux und MacOS X zur Verfügung steht. Das Prozessormodul im DIL-Format kann vom JTAG-USB-Interface abgetrennt werden, zum Debuggen ist dann nur ein Kabelanschluss erforderlich.

Fette Beute schließlich bei STMicro: Mit etwas Glück konnte man beim Gewinnspiel ein prall ausgestattetes STM32F4-Discovery-Board ergattern. Der dort eingelötete 32-Bitter STM32F407VGT6 hat einen ARM Cortex-M4F Core, 1 MByte Flash und 192 KByte RAM. Zusätzlich enthält das Board noch einen MEMS-Beschleunigungssensor, einen MP3-Codec von Cirrus, USB-Hostfunktion und ein komplettes Debugging-Interface mit ST-Link. Wer nett fragte, bekam auch ein ähnliches Board mit dem kleineren STM32F2 oder ein Discovery-Board mit dem STM8S003-Achtbitter dazu.

Unser Interesse an ungewöhnlichen Detaillösungen wurde dann noch mit einem M24LR-Kit von STMicro belohnt. Die M24LR-Dualport-EEPROMs sind mit den achtbeinigen Industriestandard-Bauteilen der 24er-Serie pinkompatibel, wobei zwei sonst nicht benutzte Pins nun zum Anschluss einer RFID-Empfangsspule dienen. Das EEPROM kann damit drahtlos programmiert werden; es ist sogar in der Lage, weitere Elektronik mitzuversorgen. Im Kit ist das ein sparsamer STM8-Controller, der ein LC-Display ansteuert. Die Sendeelektronik mit USB-Anschluss ist natürlich ebenfalls im Kit enthalten. (cm)