Forschungsministerium fördert Projekte zur Produktpiraterie-Bekämpfung
Aufgabe der mit insgesamt 30 Millionen Euro geförderten Verbundforschungsprojekte ist die Entwicklung von neuen Schutzkonzepten und technischen Lösungen gegen Produktpiraterie und -fälschungen.
In Berlin sind am heutigen Dienstag neue Verbundforschungsprojekte vorgestellt worden, deren Aufgabe es in den kommenden drei Jahren sein wird, neue Lösungen gegen Produktpiraterie und -fälschungen zu entwickeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das die Projekte mit insgesamt 15 Millionen Euro fördert, will mit der Initiative insbesondere "produzierenden mittelständischen Unternehmen helfen, sich besser gegen Fälscher und Kopierer zu schützen". Beteiligt sind an den Projekten sowohl wissenschaftliche Einrichtungen als auch Firmen. Die Wirtschaft stellt ebenfalls 15 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung.
"Produktpiraterie bedroht die Wettbewerbsfähigkeit des Innovationsstandorts Deutschland in zunehmendem Maße", verdeutlicht BMBF-Staatssekretär Frieder Meyer-Krahmer. Es sei daher dringend notwendig, "dass wir unsere Produkte und Dienstleistungen nicht nur juristisch, sondern auch technologisch besser sichern". Nach Angaben des Forschungsministeriums entsteht der deutschen Wirtschaft durch Plagiate jährlich ein Schaden von rund fünf Milliarden Euro.
Ziel der Forschungsarbeiten sei die "Entwicklung eines 'eingebauten' Kopierschutzes, der technische und organisatorische Maßnahmen vereint und die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen künftig nahezu unmöglich macht", so das BMBF. Die insgesamt neun Verbundprojekte wurden dazu in drei Themenbereiche aufgegliedert: "Entwicklung von Schutzkonzepten gegen Produktpiraterie", "Kennzeichnung von Produkten und Systeme zur Überwachung und Verfolgung", sowie "Piraterie-sichere Gestaltung von Produkten sowie von Produktentstehungs- und Vertriebsprozessen".
Zu letzterem Bereich gehört beispielsweise das Projekt "ProProtect", das sich zum Ziel gesetzt hat, "im Desktop-Computing existierende Lösungen zum Software-Schutz auf den Bereich der Produktion zu übertragen". So sollen etwa Techniken entwickelt werden, mit denen sich ein unautorisiertes Kopieren und Nutzen von komplexen Maschinensteuerungsprogrammen zur Herstellung von geklonten Produkten verhindern lässt. Beteiligt sind an "ProProtect" unter anderem das Forschungszentrum für Informatik (Uni Karlsruhe), die Gesellschaft für Informatik und Steuerungstechnik mbH (GiS), Homag Holzbearbeitungssysteme sowie ZSK Stickmaschinen. (pmz)