France Telecom will TeliaSonera nicht mehr
France Telecom erhoffte sich, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen.
Der französische Telekommunikationskonzern France Telecom hat sein Übernahmeangebot für Nordeuropas Branchenführer TeliaSonera zurückgezogen. Die beiden Unternehmen gaben dies in Stockholm und Paris bekannt; zuvor hieß es aus Firmenkreisen, dass am Sonntag intensive Verhandlungen über ein verbessertes Angebot von France Telecom zum Kauf von TeliaSonera geführt worden waren. Der Vorstand des skandinavischen Konzerns erklärte, das Angebot sei nicht signifikant verbessert worden; man bleibe dabei, dass die Firma, die exzellente Aussichten auf ein Wachstum aus eigener Kraft habe, damit unterbewertet werde.
Die Übernahmepläne für das halbstaatliche schwedisch-finnische Unternehmen waren in Skandinavien wegen des als zu niedrig eingestuften Angebotes – rund 27,2 Milliarden Euro wollte France Telecom für TeliaSonera ausgeben – von vornherein mit keiner besonders großen Begeisterung aufgenommen worden. Die 2002 geschaffene TeliaSonera gehört zu 37,3 Prozent dem schwedischen und zu 13,7 Prozent dem finnischen Staat. Das Unternehmen ist stark in ganz Skandinavien und den baltischen Staaten sowie in den großen Wachstumsmärkten Russland und Türkei.
Diese Position macht TeliaSonera zu einem attraktiven Übernahmekandidaten in einem Konzentrationsprozess, der gegenwärtig in der Telekommunikationsbranche Fahrt aufzunehmen scheint. France Telecom erhoffte sich jedenfalls, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Teilweise wurde auch der Deutschen Telekom Interesse an einer Übernahme von TeliaSonera nachgesagt. (jk)