Umfrage: Connectivity-Dienste im Auto gefragt, aber wenig bekannt
Die Autohersteller haben bei der Werbung für ihre Connectivity-Dienste noch großen Nachholbedarf. Zwar seien mehr als 80 Prozent der Neuwagenkäufer grundsätzlich interessiert, doch immerhin 40 Prozent geben an, bislang kein konkretes Angebot irgendeines Automobilherstellers zu kennen
Die Autohersteller haben bei der Werbung für ihre Connectivity-Dienste noch großen Nachholbedarf. Zwar seien mehr als 80 Prozent der Neuwagenkäufer grundsätzlich interessiert und auch bereit, dafür Geld auszugeben, doch immerhin 40 Prozent geben an, bislang kein konkretes Angebot irgendeines Automobilherstellers zu kennen, obwohl diese zum Teil schon seit mehreren Jahren auf dem Markt sind. Zu diesem Schluss kommt die erste Ausgabe des „Car Connectivity Compass“, der gemeinsam von der Münchner Strategieberatungen „Berylls Strategy Advisors“ und „mm customer strategy“ herausgegeben wurde und künftig jährlich erscheinen soll. Für die Untersuchung wurden über 1000 Autofahrer befragt.
(Bild: Berylls Strategy Advisors)
Potenzielle Neuwagenkäufer würden zunächst zurückhaltend reagieren, wenn sie direkt auf ihr Interesse an einem vernetzten Fahrzeug angesprochen werden, heißt es in der Auswertung der Befragung. Im Vergleich mit Sonderausstattungen wie Ledersitzen oder Metalliclack sei die Nutzung von Internet-basierten Diensten zur Suche, Navigation oder zum Abruf aktueller Verkehrsinformationen nur für knapp jeden vierten Befragten ein wichtiges Kaufkriterium. Dies ändere sich jedoch, sobald dem Kunden die Vorteile aufgezeigt würden. Dann würden immerhin 83 Prozent der Befragten „sehr wahrscheinlich“ oder „eventuell“ für diese Dienste zahlen. Konkret wären die meisten Kunden bereit, für Connectivity-Dienste im bereich Sicherheit, Navigation und Komfort zusätzliches Geld auszugeben.
Dass sich die Hersteller mit der besseren Vermarktung nicht zuviel Zeit lassen sollten, zeigt ein weiterer Punkt. Denn hat sich ein Kunde erst einmal an einen bestimmten Dienst gewöhnt, könnte das ein wesentlicher Einflussfaktor seiner Markenloyalität werden. Immerhin 20 Prozent der Befragten würden ihrer Lieblingsmarke den Rücken kehren, wenn ein Konkurrent das gewünschte Angebot bei ansonsten gleichen Preisen und Ausstattungen günstiger anbietet.
Doch die aktuelle Zurückhaltung der Autofahrer dürfte zumindest einen weiteren Grund haben. So bietet beispielsweise BMW unter dem Slogan „ConnectedDrive“ zwar eine Fülle von Funktionen und Services an, doch die Gebühr liegt bei immerhin 250 Euro im Jahr. Die Hürde mindert der Hersteller auf geschickte Weise. Neuwagenkäufer, die das teure Navigationssystems „Professional“ ordern, erhalten die ersten drei Jahre den Service kostenlos dazu. Wer sich für das preiswertere System „Business“ entscheidet, bekommt nur ein halbes Jahr gratis. Beides dient dazu, so hofft der Hersteller, dass die Kunden von den Vorzügen so überzeugt sind, dass sie nach Ablauf der Gratis-Phase die jährlichen Abogebühren zahlen. (mfz)