Offennixgut, oder Konkurrenz durch Drittanbieter
Das amerikanische Unternehmen NetFlix hat angekündigt, seine API ab sofort nicht mehr für neue Produkte zu öffnen. Auf API-abhängige Entwickler könnte bald die eine oder andere unangenehme Überraschung zukommen, besser ist es vielleicht, einen eigenen Service zu errichten.
- Tam Hanna
Vor einigen Jahren bekam der Autor eine Presseaussendung – der Name des Verlags ist mittlerweile in der geistigen Umnachtung des Mobilisten versunken – über ein Lehrbuch mit Informationen über das erfolgreiche Design von für Drittanbieter attraktiven APIs. Es war beinahe wie ein Hype – jedes Unternehmen wollte seine Dienste mit einer API versehen.
Die Idee dahinter war, dass der eigene Service durch die Dritten weitere User gewinnt, die sich später monetarisieren lassen. So entstand eine Vielzahl von Clients – für Twitter und Co. gab es eine schier unüberschaubare Anzahl von Applikationen zur Zugriffserleichterung. Insbesondere mit Twitter-Clients wurden einige Entwickler richtig reich.
Das amerikanische Unternehmen NetFlix hat nun angekündigt, seine API ab sofort nicht mehr für neue Produkte zu öffnen. Existierende Produkte werden derzeit weiter unterstützt, wie lange das weitergeht, ist derzeit jedoch nicht bekannt. Dahinter steht eine an der bei Samsung hoch erfolgreichen "Eigenbedarfs-Wachstumsstrategie" angelehnte Denkweise. Warum soll man die im Mobilbereich erzielbaren Einnahmen mit Dritten teilen – es ist besser, den Kuchen selbst zu verzehren.
Aus diesem Grund rechne ich damit, dass auf API-abhängige Entwickler bald die eine oder andere unangenehme Überraschung zukommt. So sie eine auf einer Drittanbieter-API basierende Applikation vertreiben, sollten Entwickler immer mit dem Ableben der Programmierschnittstelle rechnen. Allerdings spricht nichts dagegen, ihren Anbieter redundant zu machen und selbst einen Cloud-Service zu lancieren, der den "internetseitigen Teil" des Produkts bereitstellt. Bei ausreichender Userschaft und einem "glatten Wechsel" mit Parallelbetrieb beider Dienste haben Entwickler sogar eine realistische Chance, mit dem neuen Service erfolgreich zu sein.
Denn: Die Eigenbedarfs-Wachstumsstrategie gilt auch für ihre Firma. ()