BLM-Chef: Klassische Medien mit dem Internet verknüpfen
Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), meint, die Radio- und Fernsehsender sollten sich mehr im Internet engagieren.
Die klassischen Medien Radio und Fernsehen sollten sich nach Einschätzung des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, mehr im Internet engagieren. Um ihre Erfolge zu sichern, sollten die lokalen Stationen ihre Kompetenz auch im Internet stärker als bisher nutzen, empfahl der BLM-Chef zum Auftakt der Lokalrundfunktage heute in Nürnberg. Schlechtgeredet werden dürfe das Medium Radio trotz aller Internet-Euphorie aber nicht: Die neuesten Daten belegten, dass das Radio "wesentlich erfolgreicher ist, als uns manche glauben machen wollen", sagte Ring auf der Veranstaltung.
Bei der Funkanalyse Bayern war in diesem Jahr erstmals die Mediennutzung einschließlich des Internets im Tagesverlauf abgefragt worden. Die Untersuchung ergab nach Rings Angaben überraschend, dass tagsüber deutlich mehr Menschen das Radio nutzen als das Internet. Lediglich in den Abendstunden sei das Internet mit dem Radio etwa gleichauf. Nur die 14- bis 17-Jährigen nutzten das Internet nach 18.30 Uhr etwas stärker als das Radio.
Die lokalen Radiostationen rief Ring auf, sich nicht nur auf das Internet zu konzentrieren. "Die Zukunft des Radios liegt nicht allein im Internet. Auch terrestrisches Digitalradio kann eine wichtige Rolle spielen", betonte Ring. Er appellierte dabei an die Sendernetzbetreiber, sich am Finanzierungsrisiko bei der Digitalisierung zu beteiligen. Die BLM bemühe sich um abgestimmte Lösungen in den verschiedenen Regionen. Dennoch könnten die "Lokalradios nicht die Lokomotivfunktion bei der Digitalisierung des Hörfunks übernehmen". Dafür seien die bundes- und landesweiten Anbieter sowie der öffentlich-rechtliche Rundfunk zuständig.
Auf den bis Mittwoch dauernden Lokalrundfunktagen wollen Fachleute die Lage der lokalen Rundfunk- und Fernsehstationen im Freistaat erörtern. In Arbeitsgruppen setzen sich die Teilnehmer mit aktuellen Trends und Vermarktungsstrategien auseinander. Medienvertreter informieren über ihre Strategien. Besonders gute Beiträge aus dem Privatfunk prämiert die BLM zudem mit Hörfunk- und Lokalfernsehpreisen. Insgesamt hatten sich mehr als 1200 Teilnehmer für die Veranstaltung angemeldet. (dpa) / (anw)