Pharo 2.0 mit Nautilus unterwegs
Version 2.0 der Implementierung der Smalltalk-Sprache und -Umgebung ist unter anderem mit einem neuen Default-Browser und zusätzlichen UI-Bibliotheken ausgestattet. Darüber hinaus ehren die Entwickler den kürzlich verstorbenen Andreas Raab.
- Julia Schmidt
Version 2.0 des Pharo-Projekts steht zum Download bereit. Die Implementierung der Smalltalk-Sprache und -Umgebung ist eine Abspaltung von Squeak, einer weiteren quelloffenen Smalltalk-Umsetzung. Als Default-Browser dient in Pharo 2.0 Benjamin Van Ryseghems Nautilus, was Vorteile wie eine Plug-in-Architektur, Integration mit Squeaks Versionierungssystem Monticello und Refactorings mit sich bringt.
Automatisch generierte Vorschläge zur Codeergänzung lassen sich mit Druck der enter-Taste annehmen, mit Druck auf tab kann eine Wort-für-Wort-Ergänzung durchgeführt werden, wie sie von der Kommandozeile bekannt ist. Ein Tool namens Spotlight soll Entwicklern darüber hinaus das Finden von Klassen und Methoden erleichtern. Als besondere Geste wird der kürzlich verstorbene Andreas Raab durch die Integration eines von ihm implementierten alternativen Profilers für seine Verdienste in der Smalltalk-Community geehrt.
Zur Beschleunigung sind nun Native Boost und Fuel in Pharo eingebaut – ersteres stellt unter anderem ein neues Foreign Function Interface mit Callbacks zur Verfügung, während Fuel Serialisierung für verschiedene Objekttypen liefert. Weitere Ergänzungen kommen in Form zweier Bibliotheken zum Bau von Benutzeroberflächen: Spec soll das deklarative Aufbauen einzelner Komponenten ermöglichen, Keymappings hingegen gebräuchliche Shortcut Semantics für Desktop UIs bereitstellen und fest im System verankerte Semantik entfernen. Tiefergehende Informationen zu Änderungen im System und neuen Werkzeugen sind unter "Actions In Pharo 2.0" zu finden. (jul)