Bitkom prognostiziert Boom bei IPTV
"Fernsehen über das Internet ist das Fernsehen der Zukunft", meint Bitkom-Vizepräsident und Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg; die Online-Generation erwarte individuelle Fernsehangebote und Interaktion, wie sie nur Internet-Fernsehen biete.
Rund 1,8 Millionen Menschen werden im kommenden Jahr in Deutschland zahlende Kunden von Fernsehen über das Internet-Protokoll (IPTV) sein. Das erwartet jedenfalls der Branchenverband Bitkom. Diese Zahl würde einen Zuwachs um 50 Prozent gegenüber den bis Ende dieses Jahres erwarteten 1,2 Millionen Abonnenten bedeuten. Die ersten IPTV-Angebote kamen in Deutschland vor rund drei Jahren auf den Markt. Im Jahr 2007 wurden 180.000 Nutzer gezählt, Ende 2008 sollen es 536.000 IPTV-Kunden gewesen sein. Neben der Deutschen Telekom bieten hierzulande Hansenet/Alice und Arcor IPTV an. Die Telekom berichtete zum Ende des Jahres 2008 von 500.000 Kunden für ihr IPTV-Angebot, im laufenden Jahr soll die Zahl auf 1 Million steigen.
IPTV bietet neben herkömmlichen TV-Programmen, die über einen VPN-Kanal per DSL-Anschluss ausgeliefert werden, Möglichkeiten wie zeitversetztes Fernsehen oder Video-on-demand. Moderne Systeme bieten zudem das Anschauen von Inhalten, die auf der Settop-Box mit Festplatten-Recorder gespeichert werden, über internetfähige Handys ebenso wie die Nutzung von E-Mail über den Fernseher oder die Freigabe von Netzwerk-Shares.
"Fernsehen über das Internet ist das Fernsehen der Zukunft", sagte Bitkom-Vizepräsident und Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg bei seiner Rede auf dem IPTV-Summit des Bitkom. "Die Online-Generation erwartet individuelle Fernsehangebote und Interaktion, wie sie nur Internet-Fernsehen bietet." Microsoft hat auch eigene Interessen am Erfolg von IPTV: Der Softwarekonzern bietet mit Mediaroom eine Lösung an, damit Provider IPTV-Dienste aufsetzen können. Unter anderem basiert T-Entertain, das TV-Angebot der Telekom über ADSL2+ und VDSL, auf Microsofts Fernseh-Software. (jk)