Deichtorhallen zeigen Retrospektive des Fotografen Harry Callahan
Harry Callahan beeinflusste Generationen von amerikanischen Fotografen - in Europa aber ist er nicht so bekannt. Eine große Retrospektive in den Hamburger Deichtorhallen will das nun ändern.
- dpa
(Bild: © Stephan Brigidi 1993)
Die erste große Retrospektive des amerikanischen Fotografen Harry Callahan in Europa ist von diesem Freitag an im Haus der Photographie der Hamburger Deichtorhallen zu sehen. Callahan (1912-1999) zähle zu den herausragenden Pionieren der amerikanischen Fotografie, sagte der Intendant der Deichtorhallen, Dirk Luckow, am Donnerstag. "In Europa aber ist er aktuell noch ein Geheimtipp." Die Schau bis zum 9. Juni solle Callahan nun seiner Bedeutung entsprechend würdigen. Sie zeigt mehr als 280 Werke, darunter sowohl seine schwarz-weiß produzierten Silbergelatine-Abzüge als auch die im sogenannten Dye Transfer Verfahren hergestellten farbigen Bilder. Im Mittelpunkt von Callahans Arbeiten standen drei Themen: Seine Frau Eleanor, die Natur und die Stadt.
Callahan sei einer der Ersten gewesen, der die damals vorherrschende Ästhetik des Realismus durchbrochen habe, erklärte Luckow. Die "poetische Kraft" der Bilder rühre eine Fülle von Empfindungen auf. "Er benutzt die Kamera so, wie andere Zeichnungen machen." Unter den Fotos sind viele Akte seiner Ehefrau in Rückenansicht, Landschaftsfotografien und Bilder von täglichen Streifzüge durch Städte wie Chicago, Atlanta oder New York.
Geboren wurde Callahan 1912 in Detroit, von 1938 an brachte er sich das Fotografieren selbst bei. Das Werk sei in einem Zeitraum von fast 60 Jahren entstanden, berichtete Kuratorin Sabine Schnakenberg. Es habe Generationen von Fotografen in den USA beeinflusst.
Im Abschluss an die Hamburger Präsentation ist die Schau im Münchner Stadtmuseum (19. Juli und 27. Oktober) zu sehen.
- Deichtorhallen: Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg
- Zur Ausstellung erscheint ein 256 Seiten starker Katalog (Kehrer Verlag), 49,90 Euro
- Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat bis 21.00 Uhr geöffnet.
- Der Eintritt kostet neun Euro, ermäßigt sechs Euro.
(keh)