Gates-Stiftung investiert wieder in landwirtschaftliche Projekte
Anders als zuvor steckt die Stiftung des Microsoft-Mitgründers und seiner Frau Geld auch in Projekte, die sich um Kleinbauern in Entwicklungsländern kümmern.
Die Bill & Melinda Gates Foundation, die philanthropische Stiftung des Microsoft-Mitgründers Bill Gates und seiner Frau, investiert erneut einen mehrstelligen Millionenbetrag in landwirtschaftliche Projekte in der Entwicklungshilfe. Mit 164,5 Millionen US-Dollar geht der größte Einzelbetrag der insgesamt 306 Millionen US-Dollar an die Alliance for a Green Revolution in Africa für Kleinbauern, die die Gates-Stiftung zusammen mit der Rockefeller Foundation unterstützt, die stark auf Biotechnologie setzt. Das berichtet heute das Wall Street Journal. 27 Millionen US-Dollar bekommt die Organisation International Development Enterprises für niedrigpreisige Bewässerungssysteme, und 19,8 Millionen gehen an das International Rice Research Institute, das robuste Reissorten entwickelt. Insgesamt werden sechs solcher Projekte bedacht.
Die Gates-Stiftung hatte das erste Geld für landwirtschaftliche Projekte im Jahr 2006 bereitgestellt, bisher 350 Millionen US-Dollar. Davon gingen 150 Millionen an Green Revolution. Bis zum Ende dieses Jahres sollen in diesen Bereich 900 Millionen US-Dollar fließen. Doch das Engagement für die landwirtschaftliche Entwicklung stieß auf mehr Skepsis als jenes für medizinische oder Bildungsprojekte, resümierte kürzlich der Seattle-Post-Intelligencer. Die Konzentration auf den Markt und auf (gen-)technische Möglichkeiten öffne großen Agrarkonzernen auf Kosten der Biodiversität die Tür. Zudem werde der Einsatz von Pestiziden gefördert. Nun wolle die Gates-Stiftung sich auch an den lokalen Gegebenheiten orientieren und vor allem an den Belangen der Frauen, die in den Entwicklungsländern die größte Last der landwirtschaftlichen Arbeit schultern. (anw)