SAP-Chef Kagermann offen für weitere Zukäufe
Nach der Übernahme von Business Objects sind bei SAP weitere Akquisitionen möglich, um externe Innovation zuzukaufen.
Der Softwarekonzern SAP kann sich nach der Übernahme des französischen Softwarehauses Business Objects (BO) weitere große Zukäufe vorstellen. "Wir müssen BO aber erst einmal vernünftig integrieren, dann schauen wir weiter. Außerdem reden wir nicht vorher über große Transaktionen", sagte Vorstandschef Henning Kagermann im Handelsblatt. Der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware hatte den französischen Spezialisten für Analysesoftware vor wenigen Monaten für 4,8 Milliarden Euro gekauft – die größte Übernahme für SAP bisher.
Hintergrund möglicher weiterer Akquisitionen ist laut Kagermann vor allem der Zukauf externer Innovation. "Wir gehen im Kernbereich davon aus, dass wir mit eigenen Innovationen sehr stark sind. Aber wir sehen auch neue Geschäftsfelder." Bei Themen, in die SAP später als andere einsteige, könne es sein, dass die Eigenentwicklung zu lange dauern würde. "Da kann eine Akquisition der bessere Weg sein, um schnell an die Spitze zu kommen."
Schärfster Rivale des DAX-Konzerns ist das US-Unternehmen Oracle. Konzernchef Larry Ellison versucht seit mehreren Jahren, SAP mit einer aggressiven Einkaufspolitik von der Spitze im Markt für Unternehmenssoftware zu verdrängen. Derzeit klagt der US-Konzern zudem gegen SAP wegen Industriespionage, da SAP unerlaubt Daten von einer Webseite geladen habe. SAP räumte den unerlaubten Zugang zu Oracle-Datenbanken durch die US-Tochter TomorrowNow ein, streitet aber die Industriespionagevorwürfe ab. (dpa) / (jk)