Autoverkäufe: USA im Boom, Europa schwächelt
Im März 2013 legten die Autoverkäufe in den USA um 3 Prozent auf annähernd 1,5 Millionen Stück zu. Auch die deutschen Hersteller wurden mehr Wagen los. Der europäische Markt ist dagegen rückläufig
Die USA erweisen sich für die Autobauer weiter als Goldgrube. Im März 2013 legten die Verkäufe nach einer Aufstellung der Automotive News um 3 Prozent auf annähernd 1,5 Millionen Stück zu. Auch die deutschen Hersteller wurden mehr Wagen los, wie die Zeitschrift am Dienstag berichteten. „Das wird bei weitem das beste Jahr, das wir nach der Rezession gesehen haben“, sagte Toyota-Manager Bob Carter der Nachrichtenagentur dpa auf der gerade laufenden Auto Show in New York. Die Kunden ließen sich nicht einmal von den Budget-Streitereien in Washington beirren. „Das Verbrauchervertrauen ist gestiegen.“
(Bild: Hersteller)
Toyota hatte jüngst seine Marktprognose angehoben. Der japanische Autobauer geht nun davon aus, dass in diesem Jahr in den USA 15,3 Millionen Wagen verkauft werden. Sogar 16 Millionen hält Manager Carter in absehbarer Zukunft für erreichbar. „Nicht 2013, aber es ist kurz danach durchaus möglich.“ Im vergangenen Jahr hatten die Hersteller 14,5 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.
Dagegen hatte es vom europäischen Automarkt zuletzt immer neue Hiobsbotschaften gegeben. Entsprechend gelegen kommt auch den deutschen Herstellern der gute Lauf in Übersee. Unter ihnen stach Porsche im März heraus mit einem Zuwachs von 41 Prozent. Verkaufsschlager waren der Sportwagen-Klassiker 911 sowie die Cayenne-Geländewagen. Audi wurde 14 Prozent mehr Wagen los, der BMW-Konzern 11 Prozent und Daimler 6 Prozent. Auch VW profitierte von der Kauflaune der Amerikaner, wobei der Zuwachs mit 3 Prozent vergleichsweise bescheiden ausfiel. Volkswagen hatte seine US-Verkäufe im vergangenen Jahr noch um 35 Prozent gesteigert, besonders dank seines neuen US-Passat. Der bekam nun die stärkere Konkurrenz etwa durch den Ford Fusion zu spüren, dem Schwestermodell des kommenden Mondeo in Europa.
Für die amerikanischen „Big Three“ General Motors, Ford und Chrysler war der März der beste Monat seit 2007. Das Verkaufsplus lag bei 5 bis 6 Prozent. GM-Verkaufschef Kurt McNeil führte dies auf eine allgemein bessere Wirtschaftslage sowie neue Modelle zurück. Als weiteren Grund für das gute Klima auf dem US-Automarkt nannte Toyota-Manager Carter den leichteren Zugang zu Krediten. „Die Banken haben Geld.“ Überdies seien viele Autos schlicht veraltet und müssten ersetzt werden. „Das Durchschnittsalter der Autos auf amerikanischen Straßen ist elf Jahre.“ Das habe es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Toyota selbst musste sich im März allerdings mit einem Verkaufsplus von 1 Prozent begnügen. (dpa) (mfz)