Leben nach Amazon

Vor kurzem habe ich im Blog darüber berichtet, Amazon aufgrund seiner Arbeitspolitik den Rücken zuzukehren. Während der Arbeitskampf an zwei Amazon-Standorten tobt, merke ich, dass es sich ohne den Versandriesen ganz gut leben lässt.

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Von
  • Jens Lubbadeh

Vor kurzem habe ich im Blog darüber berichtet, Amazon aufgrund seiner Arbeitspolitik den Rücken zuzukehren. Während der Arbeitskampf an zwei Amazon-Standorten tobt, merke ich, dass es sich ohne den Versandriesen ganz gut leben lässt.

Nein, die Sau ist noch nicht durch's Dorf durch: Amazon hat zwar die schlimmsten Praktiken mittlerweile abgestellt. Aber die Arbeitspolitik an seinen Standorten in Deutschland ist nach wie vor desolat.

Zur Ăśbersicht:

  • In Leipzig arbeiten laut Ver.di rund 1.200 Festangestellte und rund 800 befristete Mitarbeiter.
  • Bad Hersfeld: 2100 von 3700 Angestellten sind befristet (laut Verdi)
  • Koblenz: 3100 von 3300 Arbeitsverhältnissen sind befristet (laut ARD-Reportage „Ausgeliefert!“)

Amazon ist ein Lohndrücker und verweigert einen Tarifvertrag, an den sich andere Versandhändler wie Otto oder Neckermann halten.

Nun haben sich die Verdi-Mitglieder unter den Beschäftigen am Standort Leipzig für eine Arbeitsniederlegung ausgesprochen. Möglicherweise werden auch in Bad Hersfeld die Mitarbeiter für höhere Löhne kämpfen. Damit drohen Platzhirsch Amazon ab heute in zwei seiner bedeutendstens deutschen Zentren Streiks.

Also, kein Grund, den Amazon-Boykott aufzuheben. Anfangs war ich zunächst ratlos, wie ich diesen perfekten Service ersetzen sollte. Mittlerweile gelingt mir das sehr gut. Es war im übrigen auch eine gute Gelegenheit für mich, mein Konsumverhalten generell mal zu hinterfragen. Collaborative Consumption ist ja derzeit sehr angesagt und angesichts dessen, dass ich zu diesem Thema recherchiere, weil es die nächste Titelgeschichte von Technology Review werden wird (ab dem 25.4. im Handel), habe ich mich auf früher oft genutzte Wiederverkaufsportale wie booklooker.de zurückbesonnen. Irgendwann war ich nämlich aus Bequemlichkeit auch dazu übergegangen, gebrauchte Bücher im Amazon Marketplace zu bestellen, statt wie vor Jahren, bei booklooker. Auch Tauschbörsen werde ich künftig vermehrt ausprobieren. Alternativen gibt es genügend.

Also: Leben ohne Amazon – geht. (jlu)