Expert-Gruppe muss sich mit einstelligem Wachstum begnĂĽgen
Nach Jahren zweistelliger Umsatzsteigerungen schloss die Expert-Gruppe das Geschäftsjahr 2008/2009 "nur" mit einem Plus von 9,1 Prozent ab. Während Vorstand Volker Müller mit dem Ergebnis hoch zufrieden ist, stellt er sich aktuell auf Nullwachstum ein.
Nach Jahren zweistelliger Umsatzsteigerungen schloss die Expert-Gruppe das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr 2008/2009 "nur" mit einem Plus von 9,1 Prozent auf 3,06 Milliarden Euro ab – gemessen an den Bruttoendverbraucherpreisen der verkauften Waren. Einmal mehr waren Flachbildfernseher die Verkaufsrenner, die maßgeblich zum Wachstum beigetragen haben. Der Umsatz der Expert-Zentrale mit den angeschlossenen Händlern kletterte im gleichen Zeitraum um knapp sieben Prozent auf 1,55 Milliarden Euro (auf Basis der Netto-Industrieabgabepreise). Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage zeigt sich der Vorstandsvorsitzende Volker Müller mit dem erzielten Ergebnis vollauf zufrieden.
So kann die Expert AG wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von 12,5 Prozent des Grundkapitals an ihrer Gesellschafter ausschütten. Hinzu kommen eine um zehn Millionen auf 139 Millionen Euro gestiegene Bonus-Ausschüttung sowie eine Sonderprämie von 1,1 Millionen Euro. Die guten Ergebnisse können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Fachhandelskooperation die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommt. Während Expert das Kalenderjahr 2008 bereits mit "nur noch" einstelligem Wachstum abschließen musste, liefen die Geschäfte in den ersten drei Monaten 2009 laut Müller "sehr gut". Im April verzeichnete die Handelskooperation dann allerdings einen deutlichen Einschnitt. Für Mai und Juni registriert der Vorstand aber wieder eine Besserung.
Dennoch wagen Expert-Chef Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Friedrich Albrecht für das laufende Geschäftsjahr keine Prognose. Unter der Voraussetzung, dass es nicht zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosenzahlen durch größere Insolvenzen komme, könne Expert jedoch am Ende des Jahres eine "Schwarze Null" – womöglich sogar ein kleines Wachstum erzielen. Unterdessen registriert das Statistische Bundesamt seit Jahresbeginn einen sprunghaften Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet für 2009 gar mit einer Pleitewelle. (map)