Es wird spannend: Upgrade fĂĽr das Schengener Informationssystem

In den Staaten des Schengen-Raumes werden nun die Upgrade-Prozeduren des Schengener Informationssystems auf die Version II durchgeführt. Währenddessen werden Fahndungsersuchen per Fax verschickt.

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Von
  • Detlef Borchers

Am heutigen Dienstag beginnen in den Staaten des Schengen-Raumes die Upgrade-Prozeduren des Schengener Informationssystems (SIS) der ersten Stunde auf die Version II. Es heiĂźt DaumendrĂĽcken: FĂĽr die gesamte Prozedur sind 36 Stunden veranschlagt, ein Fall-Back-Modus gibt es in vielen Schengen-Staaten nicht.

Im Unterschied zur Version des Schengener Informationssystems der ersten Stunde mit seinen Personendaten sollen im neuen Informationssystem biometrische Daten (Fingerabdrucke, Fotos), aber auch zur Fahndung ausgeschriebene Sachdaten gespeichert werden können. Die Migration zur neuen Datenbank, die in Straßburg und St. Johann (Osterreich, Backup-Datenbank) betrieben wird, ist vorab nicht in allen beteiligten Ländern nach den Regeln des Compliance Test Extended durchgespielt worden.

Als Fahndungs-System kommt während der Datenbank-Migration das gute alte Faxgerät zum Einsatz. Aktuelle Fahndungsersuchen sollen von der jeweiligen zentralen nationalen Schengen-Behörde, N.SIS genannt, reihum verschickt werden.

Nach heise online vorliegenden Informationen versendet alleine das zuständige Bundeskriminalamt (BKA) als deutsche SIS-Verbindungsstelle rund 1000 SIS-Fahndungsersuche pro Tag. Aus diesem Grunde bezweifeln deutsche Fachleute, ob das Upgrade so reibungslos abläuft, wie es die zuständige IT-Agentur der EU in Tallin darstellt. Die Agentur hat am 1. Dezember 2012 ihren Betrieb aufgenommen.

(anw)