Führungswechsel bei VeriSign
William Roper ist nach einem guten Jahr an der Spitze des US-Unternehmens überraschend zurückgetreten. Firmengründer Jim Bidzos springt ein, macht über Hintergründe aber keine Angaben.
Bei US-Sicherheitsspezialist VeriSign hat Firmengründer Jim Bidzos vorübergehend die Rolle des CEO übernommen, nachdem der bisherige Vorstandschef William Roper überraschend zum 30. Juni zurückgetreten ist. Roper hatte den Vorstandsvorsitz vor etwas über einem Jahr übernommen, nachdem sein Vorgänger Stratton Sclavos ohne Angaben von Gründen zurückgetreten war. Seit 2003 war Roper Mitglied des VeriSign-Vorstandes. Zu den Gründen des Rücktritts machte das Unternehmen keine Angaben.
VeriSign, das auch die Top-Level-Domains .com und .net verwaltet, befindet sich in einer Phase der Restrukturierung und will nicht zum Kerngeschäft Sicherheit gehörende Unternehmensbereiche abstoßen. Dazu gehören der Telekommunikationsbereich und Rechnungsdienstleistungen. Darüber hinaus ist VeriSign noch mit 49 Prozent am Klingeltonhändler Jamba beteiligt. Das US-Unternehmen hatte Jamba im Mai 2004 für 273 Millionen US-Dollar übernommen und 2006 eine Mehrheitsbeteiligung an News Corp. verkauft.
Bidzos will an dem eingeschlagenen Konsolidierungskurs festhalten, erklärte er in einer Mitteilung des Unternehmens und dankte Roper für seine Mitarbeit bei der Reorganisation. Roper wünscht seinen ehemaligen Kollegen alles Gute und will nun den nächsten Schritt seiner Karriere machen. Das Ergebnis des zweiten Quartals, das Anfang August bekannt gegeben werden soll, werde den Prognosen der Finanzexperten entsprechen oder darüber hinausgehen, teilte das Unternehmen ferner mit.
Das ist der zweite Führungswechsel bei VeriSign in etwas über einem Jahr. Im Mai 2007 war der langjährige CEO Stratton Sclavos überraschend zurückgetreten. Auch damals hatte das Unternehmen keine Angabe zu den Gründen des Führungswechsels gemacht. Spekulationen über einen Zusammenhang mit der damaligen Untersuchung des Aktienoptionsprogramms wollte VeriSign nicht bestätigen. Allerdings musste das Unternehmen wenig später seine Bilanzen korrigieren. Wie bei anderen High-Tech-Unternehmen in den USA war auch VeriSigns Bilanzierungspraxis der an Mitarbeiter ausgegebenen Optionen Gegenstand von Untersuchungen. (vbr)