Google muss Teile seines Suchdienstes in China sperren [Update]

Die chinesische Regierung hat angeordnet, dass Google in China keine Suchergebnisse zeigen darf, die zu ausländischen Angeboten führen, solange pornografische Darstellungen nicht konsequent gefiltert würden.

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Die chinesische Regierung hat angeordnet, dass Google in China vorübergehend keine Suchergebnisse anzeigen darf, die zu ausländischen Internetangeboten führen. Als Grund wird in einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua angegeben, die Meldestelle China Internet Illegal Information Reporting Center (CIIRC) sei bei Google auf Links zu pornografischen und unzüchtigen Darstellungen gestoßen. Google solle nun unverzüglich dafür sorgen, dass auf diese in seinem chinesischen Angebot nicht mehr zugegriffen werden könne.

[Update: Xinhua hat seine ursprüngliche Meldung geändert. Nun berichtet die Nachrichtenagentur, chinesische Behörden filterten Google-Verweise auf chinesischsprachige Seiten auch aus dem Ausland, die unter Verdacht stehen, gegen die Gesetze zu verstoßen. Englischsprachige Suchergebnisse seien nicht betroffen. Google sei aufgefordert worden, die verdächtigen Verweise zu löschen. Von einer Teilsperre durch Google selbst ist nun bei Xinhua nicht mehr die Rede.]

Das 2004 gegründete, von der Internet Information Service Commission der Internet Society of China finanzierte CIIRC nimmt Beschwerden von Internetznutzern über illegale und gefährliche Inhalte auf. Im Rahmen einer chinesischen Kampagne gegen Pornografie im Internet war Google neben anderen Anbietern schon Anfang dieses Jahres ins Visier der Jugendschützer geraten. Das China Internet Information Center (CIIC) teilt auf seiner deutschsprachigen Website mit, in jüngster Zeit habe es Beschwerden über pornografische Darstellungen gegeben, die über Google in China zu finden seien, obwohl der Suchdienstleister zuletzt im April gewarnt worden sei. Dieser wolle nun seine Filterbemühungen verstärken, sagte ein Google-Sprecher laut Wall Street Journal. (anw)