Apple unterbindet App-Verkauf von Comics mit sexuellen Inhalten

Den App Store will der iPhone-Hersteller frei von Sexuellem halten und geht nun gegen per App vertriebene Comics vor. Das Unternehmen verweist Anbieter auf den iBookstore – dort sind diese teils erhältlich.

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Apple scheint derzeit verstärkt gegen den Vertrieb von Comics mit sexuellen Inhalten im App Store vorzugehen. Der Comicautor Brian K. Vaughan gab am Dienstagabend bekannt, dass Apple den Verkauf von Saga #12 per iOS-App nicht gestatte, da die Ausgabe zwei "briefmarkengroße Bilder von Schwulensex" enthalte. Möglicherweise finde sich der Titel aber im iBookstore, ergänzte Vaughan. Ein großer französischer Comic-Verleger entfernte auf Apples Verlangen hin vor wenigen Tagen erst 1500 Titel aus seiner Verkaufs-App im App Store – im iBookstore besteht das Angebot weiterhin.

Die Saga-Serie im Onlineshop von Image Comics

Apple weist Entwickler seit langem darauf hin, dass das Unternehmen Apps anders handhabt als Bücher oder Musik – wer eine Religion kritisieren oder sich dem Thema Sex widmen will, der solle ein Buch oder ein Musikstück schreiben, betont Apple in den Vorgaben für die App-Store-Zulassung. An dieser Richtlinie scheiterten in der Vergangenheit mehrfach Apps mit satirischen oder politischen Inhalten. Allerdings störte sich der iPad-Hersteller ebenso an bestimmten über den iBookstore vertriebenen Inhalten – so beispielsweise an einem Buch über die dänische Hippiebewegung, welches auch Nackte zeigte.

[Update:] Inzwischen hat der Comic-Vertrieb Comixology per Blog-Post eingeräumt, selbst für den Nichtverkauf von Saga #12 verantwortlich zu sein. Man habe als Partner Apples die Pflicht, sich an dessen Regelungen für Inhalte, die über Apps angeboten werden, zu halten. "Basierend auf unserem Verständnis dieser Regeln dachten wir, dass Saga #12 nicht in unserer App verfügbar gemacht werden konnte." Der Comic wurde mittlerweile veröffentlicht. (lbe)