Folter und Mord wegen Konsolen und PIN-Codes
Ein ungewöhnlich brutaler Mord an zwei französischen Austauschstudenten beunruhigt die britische Polizei.
- Florian Rötzer
In London wurden am Sonntagabend zwei französische, 23-jährige Studenten der Biochemie, die einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt am Imperial College wahrgenommen hatten, brutal in einer Wohnung ermordet. Die Leichen von Laurent Bonomo und Gabriel Ferez waren geknebelt und an Stühle gefesselt gefunden worden – ermordet durch 243 Messerstiche. Es habe noch weitere fürchterliche Verletzungen gegeben. Die meisten Stiche wurden den beiden Männern zugefügt, als sie bereits tot waren. Die Leichen waren nach der Tat zudem in Brand gesetzt worden.
Die Polizei sagte, dass man sehr schockiert angesichts der außergewöhnlich brutalen Morde gewesen sei. Gewalt mit Messern ist in London an der Tagesordnung, aber die Grausamkeit dieser Morde hat die Polizisten erschüttert. Mittlerweile erklärt die Polizei von London, die Gewalt, die von Jugendlichen mit Messern ausgeübt werde, sei größer als die Terrorbedrohung. Vor kurzem war in London der 18. Jugendliche mit einem Messer ermordet worden.
Scotland Yard vermutet nun, dass der brutale Mord mit zwei gestohlenen PSP-Konsolen und dem PIN-Code der Bankkarten der beiden französischen Studenten in Zusammenhang stehen könnte. Möglicherweise wurden die Austauschstudenten gefoltert, um ihre PIN-Zahlen preiszugeben. Am 23. Juni war bereits in die Wohnung eingebrochen und ein Laptop von Bonomo gestohlen worden. Das wirkliche Motiv der Morde ist aber weiter unklar. (fr)