Neuer Webauftritt für Hamburg

Gezeitenpläne, Ausflugstipps, Kleinanzeigen oder Behörden-Infos: Die von Städten und Gemeinden in Hamburg und Schleswig-Holstein ins Internet gestellten Portale können steigende Nutzerzahlen vorweisen.

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  • dpa

Gezeitenpläne, Ausflugstipps, Kleinanzeigen oder Behörden-Infos: Die von Städten und Gemeinden in Hamburg und Schleswig-Holstein ins Internet gestellten Portale bieten eine breite Palette an Auskünften und Informationen für Einwohner, Hinzuziehende und Touristen. Behördenvertreter schätzen den direkten Zugang zu den heimischen Haushalten, ihre Bürger andererseits den schnellen Zugriff auf Ämter und deren Anforderungen. Immer öfter werden die Seiten angeklickt – ein Ansporn, den Auftritt so aktuell wie möglich zu halten und das Tempo des technischen Fortschritts umzusetzen, wie eine dpa-Umfrage in Hamburg, Kiel und Lübeck ergab.

Am heutigen Montag stellen der Medienkonzern Axel Springer und Vertreter der Hansestadt Hamburg den "komplett überarbeiteten Auftritt" des Hamburger Stadtportals vor, der aber erst in einigen Wochen online gehen soll. Geboten werden sollen noch mehr Service, multimediale Inhalte und interaktive Elemente. Dieser direkte Austausch mit den Surfern ist laut den Betreibern ein Novum bei Stadtportalen. Der Zugriff auf die städtischen Seiten steigt: Im Mai wurden 16,85 Millionen Seitenabrufe registriert, mehr als 2,0 Millionen mehr als im November 2007. An hamburg.de sind Axel Springer mit 51 Prozent, die Stadt mit einem Fünftel sowie die HSH Nordbank und zwei Sparkassen beteiligt. Die Übernahme der Mehrheit an dem Stadtportal durch den Medienkonzern ist in Hamburg allerdings nicht unumstritten.

Die Stadt Flensburg, die ihre Internet-Seiten komplett selbst bestückt und betreibt, hat ihre Homepage im Mai ebenfalls erneuert. "Seitdem haben wir steigende Besucherzahlen", sagte Stadtsprecher Thomas Hansen. Im Mai wurden 282.500 Seitenabrufe gemessen, im Juni 297.500. Vor allem genutzt werden Informationen über Flensburg sowie der Veranstaltungskalender. "Unser Anspruch ist, immer aktuell zu sein." Das Angebot des Standesamtes sei wegen der großen Nachfrage in ein Bürgerinformationssystem eingepflegt worden. Dieses habe sich bewährt, betonte Hansen. "Da früher oft Unterlagen fehlten, konnten Anträge nicht gleich bearbeitet werden. Die Leute kommen jetzt mit vollständigeren Papieren", sagte er. Dennoch könne auf Broschüren nicht verzichtet werden, da nicht alle Zugriff auf das Internet hätten. Ziel sei es, die Angebotspalette der Stadt vollständig ins Netz zu übertragen. "Hierbei soll von Information auf Interaktion – Stichwort eGovernment – umgestellt werden." Dies sei allerdings ein langfristiges Ziel, sagte Hansen.

Auch die Landeshauptstadt Kiel will ihren selbstverantworteten Auftritt "dynamischer und multimedialer" werden lassen. Unter anderem seien virtuelle Rundgänge in Museen, Video-Berichte und Ticker-Dienste geplant, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Kultur- und Tourismusinfos, Veranstaltungen, Verwaltungsservices, das Angebot der Stadtbücherei und Immobiliensuche seien gefragt. Aber auch Beschwerden über Straßenschäden, Verkehrsführung oder Mängel in Sporthallen nimmt die Redaktion online entgegen. Die Zahl der Seitenabrufe hat sich mit rund 22 Millionen jährlich seit 2001 nahezu verzehnfacht. Und manches gibt es nur im Netz: Die Bekanntmachungsverordnung gestatte es, amtliche Veröffentlichungen nur noch ins Internet zu stellen. Das spare Anzeigenkosten, berichtete der Sprecher. (dpa) / (jk)