Google-Aktie erhält erneut einen Dämpfer
Zahlen der Marktforscher zu "bezahlten Klicks" auf Google-Suchergebnisseiten lassen Befürchtungen wachsen, der Werbedienstleister könne die in das laufende Quartal gesetzten Erwartungen nicht erfüllen.
Der Kurs der Google-Aktien hat gestern zum Börsenschluss in New York um 22,25 US-Dollar oder 4,57 Prozent nachgelassen. Analysten führen den Kursabfall auf neueste Zahlen der Marktforscher von Comscore zurück, laut denen die Klickrate für die bezahlten Suchergebnisse im Januar 2008 um 7 Prozent gegenüber dem Dezember 2007 zurückgegangen sei. Im Vorjahresvergleich gab die Klickrate um 0,4 Prozent nach, gegenüber einem Wachstum von 13 Prozent im Dezember und 27 Prozent im November 2007.
Analysten befürchten nun, Google könne die Erwartungen der Wall Street für das laufende Quartal nicht erfüllen. Ein UBS-Analyst habe seine Prognose für den Gewinn je Aktie bereits von 4,76 auf 4,66 US-Dollar herabgesetzt, schreibt das Wall Street Journal. Google war mit seinen Zahlen für das vierte Quartal 2007 Ende Januar bereits unter den Erwartungen der Analysten geblieben. Seinerzeit hatten Komentatoren wie zum Beispiel der Finanznachrichtenagentur Bloomberg angemerkt, Googles Bilanz signalisiere, dass eine Verlangsamung der Wirtschaft Einschnitte in das Online-Werbegeschäft mit sich bringen könnte.
Google selbst hatte den Rückgang der Klickrate durch technische Änderungen begründet, die dafür sorgen sollen, dass versehentliche Klicks der Nutzer minimiert werden. Ende Januar notierte der Kurs der Google-Aktie noch bei 564,30 US-Dollar, nun ist das Papier nur noch 464,19 US-Dollar wert. Ende Oktober 2007 überschritt der Aktienwert erstmals die 700-Dollar-Marke. Ihren Höchststand erreichte die Google-Aktie Anfang November 2007 mit 747,24 US-Dollar. Zusätzlichen Druck auf das Papier übt das mögliche Entstehen eines großen Rivalen durch die von Microsoft angestrebte Übernahme von Yahoo aus. (anw)