Perspektivwechsel mit Adobe
Mit 3D-Objektiv für die Digicam und einer passenden Software will Adobe die Möglichkeiten der digitalen Dunkelkammer revolutionieren.
Photoshop-Entwickler Adobe stellte auf einer Pressekonferenz ein 3D-Objektiv für Digitalkameras sowie neue Tools für seine Bildbearbeitungssoftware vor, mit denen Fotos erzeugt werden können, die eine herkömmliche Kamera nicht aufnehmen kann.
Vor französischen Fotojournalisten zeigte Adobes Vizepräsident Dave Story, wie ein solches 3D-Objektiv beschaffen sein müsste: Die Linse müsse aus vielen Facetten-ähnlichen Einzellinsen bestehen, die separat Bilder der jeweiligen Szene aufnehmen. Da diese Bilder zum exakt gleichen Zeitpunkt aus leicht unterschiedlichen Positionen aufgenommen werden, erfassen sie leicht unterschiedliche Perspektiven der jeweiligen Szene. Wie beim menschlichen Seheindruck, der aus den zwei Perspektiven des rechten und linken Auges entsteht, erlaubten die Aufnahmen eine dreidimensionale Rekonstruktion der betreffenden Szene.
Story demonstrierte während der Veranstaltungen die Möglichkeiten, die sich aus dem 3D-Objektiv mit künftigen Tools von Adobe ergeben könnten. Das vom französischen Blog Audioblog.fr veröffentlichte Video eines anwesenden Fotojournalisten gibt die Präsentation wieder. So zeigte Story, wie man innerhalb eines Bildes mit wenigen Klicks den Kamerastandort oder die Fokusebene wechseln kann.
Interessanter als diese kompletten Wechsel waren indes die partiellen Änderungen, die er mit einer Art 3D-Werkzeug vorführte: Ähnlich wie mit einem Weichzeichner-Werkzeug konnte er Bildteile aus verschiedenen 3D-Ebenen auf eine gemeinsame Ebene holen und andere Bildteile in den Hintergrund drängen – eine Tiefenverschiebung, die mit einem herkömmlichen Foto nicht möglich wäre. Dave Story beschrieb die Möglichkeiten mit dem Begriff "Computational Photography" und sieht darin die Zukunft der Fotografie. (uk)