Gen-Informationen in der Wikipedia

Mehrere Gen-Forscher haben begonnen, Informationen aus etablierten Gen-Datenbanken automatisch in die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia zu übertragen. Die Wikimedia Foundation kann zudem eine Klage abwehren und steht finanziell besser als geplant da.

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Von
  • Torsten Kleinz

Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia soll zum Nachschlagewerk für menschliche Gen-Informationen werden. Mehrere Gen-Forscher haben begonnen, Informationen aus etablierten Gen-Datenbanken automatisch in die Wikipedia zu übertragen. Das berichtet das Magazin PloS Biology.

Mit Hilfe des ProteinBoxBot, einem automatisierten Skript, haben die Initiatoren des Projekts Daten aus unterschiedlichen Gen-Datenbanken eingesammelt und im Wikipedia-Format aufbereitet. Neben den Basisinformationen über das Gen finden sich in den automatisiert angelegten Artikeln auch Abbildungen und ausführliche Literaturquellen. Auf diese Weise entstanden 7500 neue Artikel, 650 bereits bestehende Artikel zu menschlichen Genen wurden ergänzt.

In einem Papier (PDF-Datei) beschreibt die Gruppe um Andrew Su vom Genomics Institute of the Novartis Research Foundation (GNF) ihre Motivation, diese Informationen in die Wikipedia einzustellen. Durch die neuen Artikel sollen die Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zudem sollten Leser und Forscher weltweit zur Mitarbeit bewegt werden. Dem Papier zufolge überlegten die Forscher auch, die Informationen bei dem Konkurrenzportal Citizendium einzustellen, entschieden sich aber für die wesentlich stärker beachtete Wikipedia. Das Projekt zeigt, dass die freie Online-Enzyklopädie mittlerweile auch ohne Anschub durch die Wikimedia Foundation für die Forschung interessant wird.

Unterdessen hat die gemeinnützige Stiftung, die neben der Wikipedia zahlreiche weitere Projekte betreibt, zwei Erfolgsmeldungen zu verzeichnen. Wie Wikimedia-Sprecher Jay Walsh gegenüber heise online bestätigt, wurde die Klage der Literaturagentur Barbara Bauer abgewiesen. Nach Überzeugung des Gerichts hatte sich die Wikimedia Foundation zurecht auf den Communications Decency Act bezogen, der die Stiftung von der Haftung freistellt.

Auch finanziell steht die Stiftung besser da als geplant. So waren für das Finanzjahr 2007/2008 Ausgaben in Höhe von 4,6 Millionen Dollar vorgesehen, tatsächlich gab die Stiftung unter der Regie der neuen Geschäftsführerin Sue Gardner nur 2,9 Millionen Dollar aus. Für das kommende Finanzjahr sollen die Planungen aber verlässlicher sein. Das Budget für 2008/2009 soll 5,9 Millionen Dollar betragen. (Torsten Kleinz) / (jk)