IFA-Veranstalter: Fernsehhersteller leiden unter Preisverfall

Immer flachere Fernseher mit immer schärferen Bildern - das ist seit Jahren ein gewaltiger Markt. Doch der Branchenverband gfu warnt: Der Kampf um Marktanteile werde zu scharf.

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  • dpa

Die Fernsehhersteller leiden aus Sicht der deutschen Unterhaltungselektronikbranche immer stärker unter Überkapazitäten und Preisverfall. Führende Hersteller auch aus Asien hätten im vergangenen Jahr hohe Verluste in ihren TV-Sparten angehäuft, sagte der Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Hans-Joachim Kamp, der Nachrichtenagentur dpa. Das sei "nicht gesund." Aus seiner Sicht liegt ein Grund im Management: Viele setzten eher auf kurzfristige Absatzsteigerungen statt auf langfristige Erträge. "Jeder hat etwas zu große Erwartungen an den Marktanteil."

Die gfu ist Veranstalter der weltgrößten Elektronikmesse IFA im September in Berlin. Kamp forderte ein Umdenken im Management. Boni für die Führungskräfte sollen sich aus seiner Sicht stärker am Ertrag und dauerhaft tragfähiger Geschäftspolitik ausrichten, nicht an kurzfristigem Gewinn von Marktanteilen. "Wir müssen wieder Geld verdienen, um in Innovationen investieren zu können."

2012 verkaufte die Branche in Deutschland nach gfu-Angaben 9,7 Millionen Fernseher. "In der Größenordnung von etwa zehn Millionen wird es auch in den nächsten Jahren weitergehen", gab sich Kamp überzeugt – in keinem Bereich der Unterhaltungselektronik sei aber der Preisverfall so stark. 1980 habe ein Durchschnittsverdiener für einen Fernseher ein Monatsgehalt ausgegeben, heute sei es nur noch ein Drittel. "Das brutalste Business ist das TV-Business", sagte Kamp.

Von schnellen Preissenkungen sind auch Geräte mit allerneuester Technik betroffen. So sind 4K-Fernseher in den USA bereits für 1000 Dollar im Angebot, und sogar Sony gab Preissenkungen für seine Ultra-HD-Geräte bekannt.

(js)