Tomi Ahonen ĂĽber die Handcomputerwelt
Die Universität Oxford ist seit einiger Zeit im Mobilmarkt sehr aktiv – die als Forum Oxford bekannte Abteilung lädt immer wieder arrivierte Experten zu einem kleinen Plausch ein – zuletzt Tomi Ahonen.
- Tam Hanna
Die Universität Oxford ist seit einiger Zeit im Mobilmarkt sehr aktiv – die als Forum Oxford bekannte Abteilung lädt immer wieder arrivierte Experten zu einem kleinen Plausch ein.
Zuletzt engagierten die Engländer Tomi Ahonen. Er ist langfristigen Verfolgern der mobilen Denkfabrik mit Sicherheit bekannt – der Ex-Nokia-Manager ist seit Jahren als Analyst im Mobilmarkt zu Gange und ist einer der schärfsten Kritiker von Stephen Elop.
Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass eines der ersten Themen der Diskussion die Zukunft von Microsoft und seinem Handybauer war. Netzbetreiber fordern seit langem ein drittes Ökosystem. Allerdings haben sie an Windows Phone 8 offensichtlich kein Interesse – ansonsten würden Initiativen wie Firefox weniger Unterstützung bekommen. Der dritte Platz ist nur darauf zurückzuführen, dass BlackBerry derzeit eine Schwächephase durchlebt – nach Ahonen fliegt das System bald aus der Top 3.
Apropos BlackBerry: Die Zeiten zweistelliger Marktanteile sind nach Ahonens Ansicht vorbei. Research in Motion hatte früher viele Anhänger im "Consumer-Bereich" – dieser ist nun fest in den Händen von iOS und Android. Die Verluste im für die Kanadier wirklich wichtigen Enterprise-Bereich halten sich derweil in Grenzen – die Zukunft der Firma ist auf keine Weise bedroht.
Im Hause Apple diagnostizierte der Nokianer eine höchst interessante Anomalie. Alle Produkte sind segmentiert. Das iPhone ist die einzige Ausnahme. Dabei wäre am Verkauf eines iPhone Nano enormer Zusatzgewinn einzustreichen. Der Grund für Apples Vorsicht könnte daran liegen, dass sich das Unternehmen im Kampf mit IBM eine blaue Nase geholt hat – seit diesem Erlebnis bevorzugt man in Cupertino Marktnischen mit hoher Marge.
Zu guter Letzt kamen indische Gerätehersteller zur Sprache. Ahonen prognostiziert für Micromax und Co. rasantes Wachstum im dank der Schwäche von Nokia "freien" Heimmarkt – analog zu den chinesischen OEMs wird das globale Wachstum eher weniger relevant sein.
Der volle Chatverlauf findet sich bei LinkedIn – er ist auch ohne Login zugänglich. ()