Sharing Economy: Teile und herrsche

Die neue Sharing Economy bedroht die „alte Wirtschaft“: Was geliehen wird, wird nicht mehr verkauft. Wie reagieren die Konzerne auf die Bedrohung? Rachel Botsman, Vordenkerin der Sharing-Bewegung, antwortet im Interview mit Technology Review.

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Von
  • Jens Lubbadeh

Die Sharing Economy boomt. Über Netzwerke wie Airbnb und Whyownit vermieten oder verleihen immer mehr Menschen ihre Wohnungen und Besitztümer. Einige Konzerne reagieren auf Collaborative Consumption, indem sie einfach Verkaufs- in Mietmodelle umwandeln. Microsofts Office 2013 gibt es nur noch in der Cloud, Apples Betriebssystem im App-Store, Ebooks aus dem Kindle-Shop gehören einem nicht, ebenso die gestreamten MP3s von Spotify. Und Daimler vermietet nun über Car2Go seine Smarts.

Rachel Botsman, Vordenkerin der Sharing-Bewegung, sieht im Interview mit Technology Review darin allerdings keinen Missbrauch der ursprünglichen Idee von Collaborative Consumption. (Die neue Ausgabe 05/2013 können Sie hier bestellen).

„Ich kann keinen Missbrauch der Idee erkennen, wenn Unternehmen wie Daimler oder BMW im Carsharing aktiv werden", sagt Botsman. "Sie haben die nötige Masse und die Markenwirkung, damit diese neue Wirtschaft Mainstream wird.“ Allerdings sei es ihrer Meinung nach entscheidend, dass die Konzerne aus einem reaktiven Angstmodus herauskämen und in der Sharing Economy keine Bedrohung ihres Geschäftsmodells sähen. Botsman: „Die Leute wollen, dass gemeinsames Nutzen ihnen Annehmlichkeiten und Wahlfreiheit verschafft. Wenn die großen Marken ihnen das geben können, ist das in meinen Augen keine schlechte Sache.“

Collaborative Consumption sei beides: dezentral organisiert, in Peer-to-Peer-Netzwerken wie beispielsweise Nachbarschaftsauto oder Airbnb, genauso wie zentral organisierte Sharing-Modelle wie Car2Go. Botsmans einzige Sorge: dass die Großen die innovativen Startups „ausquetschen“ könnten. „Wir müssen das Kleine im Großen bewahren, um sicherzustellen, dass Collaborative Consumption weiterhin mehr Menschlichkeit ins Geschäft und in die Gesellschaft bringt.“

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