ThemenmolekĂĽl: Eine feministische Sicht der Evolutionstheorie
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Chemie für die Hausfrau, komplexen Katzenformeln und Schätzen für den Bakterienfreund.
- Peter Glaser
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Chemie für die Hausfrau, komplexen Katzenformeln und Schätzen für den Bakterienfreund.
Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.
Sie sind überall. Sie sind wirklich überall. Sie sind unberechenbar. Nein, sie sind das Gegenteil davon. Sie sind nun jedenfalls sogar in Wolfram Alpha, der Wissensmaschine. Das ist zu sehen, wenn man als Abfrage "cat curve" (alternativ "first cat curve" oder "first kitty curve") eingibt – nebst dem dazu nötigen Formelwerk. Ein noch komplexeres Ergebnis darf erwarten, wer "grumpy cat curve" (alternativ: "Tardar Sauce curve") eingibt.
Ziel des Projekts Women in Science an der Michigan State University ist es, gezielten und möglichst umfassenden Zugang zu den schriftlichen Arbeiten von Wissenschaftlerinnen zu ermöglichen, begleitet von Biographien führender Wissenschaftshistoriker. Bereits verfügbar sind Texte wie Ellen H. Richards "The Chemistry of Cooking und Cleaning: A Manual for Housekeepers" (veröffentlicht in 1882) oder Arbeiten der Marquise du Châtelet, einer Mathematikerin und Physikerin des 19. Jahrhunderts. Ein bemerkenswerter Essay zeichnet ein Bild von Eliza Burt Gamble, die sich mit einer Kritik aus feministischer Sicht an der Debatte über Darwins Evolutionstheorie beteiligte.
Auch wenn Mikroben winzig sind: Die Microbe Library der American Society for Microbiology (ASM) ist groß. Für Pädagogen und Kleinstgetierinteressierte aller Art finden sich hier zahlreiche Ressourcen und Anregungen für Aktivitäten – Erbauung zu allem, was Keime betrifft. Das Spektrum reicht von theoretischen Grundlagen bis zu Labortechniken. Die Visual Collection bietet reichlich Anschauungsmaterial und Erläuterungen, darunter zu "Kulturmöglichkeiten für die Anzucht von Bakterien" oder der "Metagenomanalyse der DNA von Böden".
Hierzu passend das Bacterial Identification Virtual Lab des Howard Hughes Medical Institute (HHMI) in Maryland, einer Non-Profit Forschungseinrichtung, die der Medienmagnat und Luftfahrtpionier Howard Huges 1953 ins Leben gerufen hat. Es bietet dem Bakterienfreund gute Möglichkeiten, verschiedenartige wissenschaftliche Erkenntnisse und Techniken auf dem Gebiet interaktiv kennenzulernen. Besucher können in einem virtuellen Labor beispielsweise die Proben eines Patienten aufbereiten und anschließend die DNS sequenzieren und analysieren. Schließlich gibt es noch einen Referenzbereich mit einem Glossar zu den verschiedenen Tools im Labor sowie einer Enzyklopädie der vorgestellten Bakterien und Krankheitserreger.
Als wissenschaftliche Illustrationen noch erhellend UND witzig waren: Aus "All About the Wonders of Chemistry" (1954, Zeichnung von George Wilde) – Wir knacken ein Molekül. Hier hübsch skizziertes Laborgerät, gleichfalls hier, sowie der Blick des Grafikers auf die Textilchemie.
Und hier noch ästhetisch ansprechend die auf Glasplatten gravierten und geschichteten Magnetresonanz-Selbstportraits der britischen Künstlerin Angela Palmer. (bsc)