Software-Improvisationen mit Jazz

IBM gibt seine Kollaborationsplattform Jazz für eine größere Entwicklergemeinde frei. Das darauf aufbauende Werkzeug Rational Team Concert Express liegt in einer Beta-Version vor.

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Von
  • Jürgen Diercks

IBM gibt sein Jazz-Projekt, dass bislang nur für Kunden, Partner und Lehre verfügbar war, an eine größere Öffentlichkeit frei. Bei dem Projekt handelt es sich um eine sogenannte Collaboration Platform, die weltweit verteilt arbeitende Entwicklerteams unterstützen soll. Rational Team Concert Express in der derzeitigen Version Beta 2 ist das erste Produkt, das auf dieser technischen Plattform basiert.

Die vom Eclipse-Begründer Erich Gamma entwickelte Plattform ist zwar kostenlos erhältlich, aber nicht Open Source. Wie IBM die Sache später handhaben wird, ist derzeit noch nicht klar. Wahrscheinlich wird man auf Basis der Jazz-Plattform kommerzielle Erweiterungen anbieten. Das Rational-Werkzeug jedoch soll qualifizierten Open-Source- und Forschungsprojekten zur Verfügung stehen.

Jazz bedient sich der Eclipse-Plattform und erweitert sie um Funktionen für die verteilte Softewareentwicklung, etwa um ein Repository, in dem alle relevanten Projektdaten liegen. Beliebige Prozessmodelle wie RUP, das V-Modell oder eigene Varianten lassen sich laut IBM in der Umgebung verankern. Es könnte sich hier ein ebensolches Plug-in-Konzept wie unter Eclipse etablieren. Die derzeit verfügbaren Informationen sind leider noch etwas vage, IBM brüstet sich jedoch damit, dass man die Softwareentwicklung künftig wie eine Jazz-Band organsieren möchte, also spontan und mit viel freier Improvisation. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler dabei nicht den Blues kriegen.

Wer Jazz in Aktion sehen und ausprobieren will, kann das auf dem ersten in Deutschland angebotenen Workshop am 6. und 7. Februar in Stuttgart tun. (jd)