IT-Allianz der Krankenkassen nimmt Formen an
Mit 1000 Mitarbeitern soll die IT-Allianz unter anderem der Krankenkassen BKK, DAK und IKK vor allem die EinfĂĽhrung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) meistern.
Der bereits zur Medica 2006 angekündigte Aufbau eines IT-Dienstleisters unter anderem der Krankenkassen BKK, DAK und IKK geht weiter voran. Die größte IT-Allianz im deutschen Versicherungswesen soll nach einer Mitteilung der Beteiligten zum 1. Januar 2008 als "Management Holding GmbH" die Arbeit aufnehmen. Mit 1000 Mitarbeitern soll diese IT-Allianz vor allem die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) meistern.
Der geplante Zusammenschluss von derzeit sechs Rechenzentren zu einer IT-Allianz, die die IT für gesetzliche Krankenkassen besorgt, soll Einsparungen von 32 Millionen Euro pro Jahr möglich machen, vor allem bei den Lizenzgebühren und bei der Netzwerktechnik. Obendrein sollen Rechenleistung und die Verfügbarkeit von Rechenzentren besser geplant und verteilt werden können. "Die elektronische Gesundheitskarte wird den IT-Markt und die Herausforderungen für die Kassen revolutionieren. Der notwendige 24-Stunden-Betrieb, die vorgeschriebene Ausfallsicherheit von 99,9 Prozent sind extrem personal- und auch kostenintensiv. Allein ist dies nicht zu stemmen", wird Rolf Stuppardt, Vorstandsvorsitzender des IKK-Bundesverbandes in der Mitteilung zitiert.
An der IT-Allianz sind die ISKV, die ISC West, die GSKV, die DAK IT-Services und die IKK ISC beteiligt. AuĂźerdem beteiligen sich der IKK-Bundesverband und der BKK-Bundesverband an der Allianz, wobei die Einzelheiten dieser Beteiligungen noch nicht feststehen. Den Zusammenschluss von insgesamt 6 von 16 Rechenzentren der deutschen Krankenkassen leitet Gernot Kiefer, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des IKK-Bundesverbandes. FĂĽr das erste Jahr wird mit einem Umsatz von 300 Millionen Euro gerechnet.
Ob mit dem Start der IT-Allianz zum Januar 2008 auch die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte kommt, ist umstritten. Der vom Bundesgesundheitsministerium ins Auge gefasste Start der Kartenauslieferung zum 2. Quartal 2008 wird von Experten für unrealistisch gehalten. So erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Günter Buchholz: "Eine flächendeckende Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist vor 2009 aufgrund der technischen Schwierigkeiten des Projektes nicht zu machen." Als Grund für die Verzögerung nannte Buchholz Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Kartenlesegeräten für die eGK.
Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't – Hintergrund mit Links zur aktuellen und bisherigen Berichterstattung über die elektronische Gesundheitskarte und die Reform des Gesundheitswesens:
(Detlef Borchers) / (jk)