US-Stiftung fördert investigativen Journalismus
"Pro Publica" baut eine Redaktion auf, deren Artikel vor allem Zeitungen und Magazinen angeboten werden sollen. Dadurch soll der (teure und aufwendige) investigative Journalismus gefördert werden, den die Initiative durch Budgetkürzungen bedroht sieht.
- Florian Rötzer
Investigativer Journalismus ist zeitaufwendig und teuer, daher sinkt sein Anteil bei den Medien, die unter finanziellem Druck stehen, Stellen abbauen und Geldmittel für die Redaktion kürzen. Um die vierte Macht wieder zu stärken, gründet nun Paul Steiger, der 16 Jahre lang leitender Redakteur beim Wall Street Journal war, mit der finanziellen Hilfe des reichen Ehepaars Sandler und anderer Stiftungen die Initiative Pro Publica.
10 Millionen US-Dollar geben die Sandlers, überzeugte Demokraten und Kritiker des gegenwärtigen US-Präsidenten, der Initiative jährlich, um Projekte des investigativen Journalismus zu fördern. Die daraus entstehenden Artikel sollen dann Zeitungen oder Magazinen angeboten werden, in denen sie am meisten Wirkung entfalten. Falls kein geeigneter Partner gefunden werden sollte, werden die Artikel auf der eigenen Webseite veröffentlicht. Steiger, der als Chefredakteur von Pro Publica fungieren wird, begründet die bislang einmalige Initiative damit, dass die in die Tiefe gehenden Recherchen und das erforderliche Nachbohren am stärksten von Budgetkürzungen betroffen würden.
Pro Publica wird ein Redaktionsbüro in New York eröffnen und neben anderen Mitarbeitern 24 investigativ arbeitende Journalisten zu einem branchenüblichen Gehalt einstellen. Nebeneffekt soll sein, dass junge Journalisten unter der Anleitung von erfahrenen Reportern hier lernen können, wie man investigativen Journalismus macht. (fr)