Borland bleibt in den roten Zahlen
Der Softwarehersteller sieht sich in einem langwierigen Transformationsprozess. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet er schwierige Bedingungen.
Der texanische Softwarehersteller Borland hat im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres 61,5 Millionen US-Dollar umgesetzt gegenüber 75,8 Millionen US-Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der Nettoverlust wuchs von 10,8 Millionen auf 41,7 Millionen US-Dollar. Darin enthalten ist eine Wertabschreibung auf die Borland-Tochter CodeGear in Höhe von 26,5 Millionen US-Dollar.
Im gesamten Geschäftsjahr setzt Borland 268,8 Millionen US-Dollar um, davon 211,8 Millionen mit ALM- und Deployment-Produkten. Der Bereich Codegear, in dem mittlerweile die Entwicklertools (unter anderem Delphi, JBuilder und die Turbo-Reihe) zusammengefasst sind, trug 57 Millionen US-Dollar zum Umsatz bei. Der operative Verlust erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 53 Millionen auf 61 Millionen US-Dollar, geht aus einer Mitteilung hervor.
Das 1983 gegründete und mit Entwicklungstools unzähligen Programmierern zum Begriff gewordene Unternehmen Borland sieht sich laut CEO Tod Nielsen in einem auf mehrere Jahre angelegten Transformationsprozess. Ziel sei es, zum profitablen, innovativen Marktführer im Bereich Application Lifecycle Management (ALM) aufzusteigen. Es sei wichtig, das Jahr 2007 vor diesem Hintergrund zu betrachten.
Das laufende Geschäftsjahr wird vermutlich nicht leichter für Borland, denn Nielsen geht von einem schwierigen Umfeld für IT-Investitionen aus. Der Umsatz werde sich voraussichtlich zwischen 235 Millionen und 255 Millionen US-Dollar bewegen. Die Anleger nahmen Bilanz und Ankündigung auf ihre Weise auf: An der Börse rutschte der Borland-Kurs gestern um knapp 25 Prozent auf 1,96 US-Dollar ab. (anw)