Deutsche Mikrosystemtechnik wächst jährlich um 15 Prozent

Derzeit setze die deutsche Branche rund 70 Milliarden Euro im Jahr um. hieß es zum Auftakt eines Mikrosystemtechnik-Kongresses in Dresden. Bis 2015 soll Deutschland die USA auf dem Gebiet der Innovationen überholen.

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  • dpa

Die Mikrosystemtechnik in Deutschland wächst jährlich um 15 Prozent. Das gab die Branche am heutigen Montag auf einem Kongress in Dresden bekannt. Die deutsche Branche setze derzeit rund 70 Milliarden Euro im Jahr um. Damit sind rund 680.000 Arbeitsplätze verbunden. In Mikrosystemen arbeiten winzige Bauteile und Komponenten in Größen von einigen Tausendstel Millimeter elektronisch, physikalisch oder chemisch zusammen. Ein klassisches Beispiel ist die Steuerung eines Airbags im Auto.

Die größten Potenziale gebe es bei der Medizintechnik, Automobil- und Flugzeugindustrie und Produktionstechnik, sagte der Präsident des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE), Josef A. Nossek. So haben in der Medizin mobile Überwachungssysteme an Bedeutung gewonnen. Mit diesen Geräten lassen sich außerhalb von Praxen oder Kliniken Werte von Herzrhythmus, Blutdruck oder Blutparametern aufzeichnen und übermitteln.

"Wir werden gezielt die Entwicklung von Mikrosystemen fördern, denn diese können ein Schlüssel zur Lösung gesellschaftlicher Probleme sein", teilte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) in einem Schreiben an die Teilnehmer mit. Als Beispiel nannte sie die Bereiche Gesundheitsfürsorge, Klimaschutz, Energieversorgung sowie Herausforderungen aus der demographischen Entwicklung.

Bei Innovationen sieht der VDE Deutschland spätestens 2015 vor dem derzeitigen Spitzenreiter USA. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich laut Nossek ein Trend zur Rückkehr der Produktion aus dem Ausland nach Deutschland ab. Der Expertenmangel stelle die Branche vor große Herausforderungen. Der Bedarf von mehr als 10.000 Elektroingenieuren pro Jahr übersteige die Zahl von momentan 9.600 Absolventen deutlich.

Die Veranstalter erwarten zu der Dresdner Tagung bis Mittwoch rund 1.000 Fachbesucher. Auch Physik-Nobelpreisträger Peter Grünberg und der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, haben ihr Kommen zugesagt. Der nächste Kongress findet 2009 in Berlin statt. (dpa) / (pmz)