ITK Group macht als ITK Communications weiter

Die insolvente ITK Group ist gerettet und firmiert jetzt als ITK Communications GmbH. Ăśbernommen wurde das Unternehmen im Rahmen eines Asset Deal durch Medialine EuroTrade. ITK Communications will den Bereich UCC und Cloud-Konzepte weiter ausbauen.

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Von
  • Wolfgang KĂĽhn

"Durch die Erfahrungen der ITK Communications in Cloud-Telefonie können wir unser Portfolio erweitern", Martin Hörhammer, Vorstand Medialine

(Bild: Medialine)

Gleicher Standort – gleiches Leistungsportfolio – gleiche Partner – neuer Eigentümer – neuer Name. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Neuanfang der ehemaligen ITK Group in Berlin reduzieren. Und doch, so Geschäftsführer Björn Stange im Gespräch mit heise resale, habe man mit der Medialine EuroTrade AG nicht nur einen neuen Mehrheitsgesellschafter und mit der Umfirmierung in ITK Communications GmbH einen anderen Namen erhalten, sondern sich zugleich "von gewissen Altlasten" getrennt.

Dazu zählt nicht nur Dirk Walla, mit dem Stange zusammen die Geschäfte der ITK Group geführt hatte. Sondern vor allem jene Kostenträger, die den Spezialisten für Unified- und Cloud-Communication ins Wanken gebracht haben. Und das waren vor allem die Entwicklungskosten für die Cloud-Lösung "ITK Voice Solution", deren Umfang von geplanten 750.000 Euro auf etwa 1,5 Millionen schnellten. Für Walla und Stange bedeutete dies am 30. Januar dieses Jahres, den Weg zum Amtsgericht Berlin Charlottenburg zu nehmen und vorsorglich Insolvenzantrag zu stellen.

Mit der Medialine AG hat nun ein alter Geschäftspartner das operative Geschäft und einen wesentlichen Teil der Mitarbeiter durch einen Asset Deal übernommen. Die ITK Group und Medialine arbeiteten bereits seit etwa sechs Jahren zusammen. In einem ersten Schritt änderte der neue Mehrheitsgesellschafter den Namen des Neuerwerbs in ITK Communications GmbH. Aber, wie Vorstand Martin Hörhammer gegenüber heise resale erklärt, "am Produkt- und Leistungsportfolio wird nichts Wesentliches geändert. Im Gegenteil, wir werden von den Erfahrungen des Teams profitieren und insbesondere im Bereich der Cloud-Telefonie unser Portfolio erweitern sowie Mehrwerte für unsere Geschäftspartner schaffen". Besonders "die Voice-Kompetenz" der ITK Communications sei für Medialine wichtig bei der Übernahme gewesen. "Als Cloud Company sind wir sehr gut aufgestellt, weniger dafür im Voice-Bereich." Oder wie es Stange formuliert: "Jetzt bieten wir eine All-in-one-Lösung an".

"Mit Medialine haben wir einen starken Partner und können ein gemeinsames Cloud-Konzept anbieten", Björn Stange, Geschäftsführer ITK Communications

(Bild: ITK Communications)

Für das neubelebte Unternehmen verspricht Hörhammer sogar eine Stärkung des Cloud-Geschäfts, das seiner Ansicht nach nicht nur "Mehrwerte verspricht, sondern "richtig rockt". Und Björn Stange sekundiert: "Das erweiterte Lösungsangebot für den Arbeitsplatz der Zukunft ist somit gegeben und wir sind mit unserem gemeinsamen Cloud-Konzept perfekt aufgestellt." Somit könnten seine Kunden nun "fast alle Themen aus der Cloud beziehen; von Unified Communications, Video und Collaboration bis hin zum gehosteten Exchange und Sharepoint Service". Damit steht das Thema 'Voice Solution' wieder im Vordergrund. Denn mit den Voraussetzungen, die Medialine mitbringt, sei die Basis für die eigene Cloud-TK-Anlage 'Voice Solution' gegeben.

Wesentlich, und darin sind sich Hörmann und Stange einig, sei die Selbständigkeit des Berliner Unternehmens unter dem Dach der neuen Muttergesellschaft, die mehr als 70 Prozent hält. "Die ITK Communications arbeitet völlig autark", bekräftigt der Medialine-Vorstand.

Erfreulich für den Geschäftsführer war der "große Zuspruch der Partner und Servicepartner" gewesen, die "auch während der schwierigen Phase der Insolvenz uns sehr treu geblieben sind". Mit der Übernahme durch Medialine hätten sofort die Hersteller und Lieferanten wieder Grünes Licht gegeben. Ebenso bei der Übertragung der Zertifikate. Natürlich, schränkt der Geschäftsführer ein, "hat es in wenigen Fällen leichte Schwierigkeiten mit Kunden gegeben". Aber schlussendlich könne er feststellen, "dass wir nicht im Teich ertrunken sind, sondern uns an den Rand des Teiches retten konnten". Das trifft ebenfalls für das Unternehmen selbst zu: "Alle Leistungsträger sind noch an Bord, lediglich in der Verwaltung wurden Arbeitsstellen abgebaut." Stange beziffert die Mitarbeiterzahl bei der ITK Communications auf derzeit "unter 50".

Keinen Konflikt sieht Medialine-Vorstand Hörhammer darin, dass das Unternehmen Systemhauspartner bei der Verbundgruppe iTeam ist. Das ergänze sich eher mit der ITK Communications. Medialine beschäftigt etwa 70 Mitarbeiter an sechs Standorten in Deutschland. Schwerpunkt sind Dienstleistungen im Bereich Infrastruktur, Managed-IT-Services und Business Solutions. Als Vorteil für das Cloud-Geschäft verweist Vorstand Hörhammer auf ein eigenes zertifiziertes Rechenzentrum in Frankfurt. (map)